Elektronisches Aktienhandelssystem
Deutsche Börse verkauft Xetra nach Bulgarien

Die Deutsche Börse hat ihr Handelssystem Xetra erstmals seit sieben Jahren wieder komplett an einen ausländischen Handelsplatz verkaufen können. Damit setzten sich die Frankfurter mit ihrem elektronischen Aktienhandelssystem gegen die Angebote der schwedischen OMX und der Konkurrenten aus Athen und Warschau durch.

FRANKFURT. Man habe sich für das Frankfurter System und gegen die Angebote der schwedischen OMX und der Konkurrenten aus Athen und Warschau entschieden, sagte der Chef der Börse Sofia (BSE) Viktor Papazov der Nachrichtenagentur Bloomberg.Die Deutsche Börse bestätigte die Entscheidung in Sofia, wollte sich aber vor dem formalen Abschluss des Vertrages nicht zu Details äußern.

Die Frankfurter versuchen, ihr vor knapp zehn Jahren entwickeltes und als besonders solide geltendes Handelssystem seit Jahren auch anderen Handelsplätzen zu verkaufen. Seit 2000 betreibt Frankfurt den Aktienhandel der Börsen Wien und Dublin auf ihrem System in Frankfurt. Außerdem hat die Börse eine Xetra-Lizenz nach China verkauft. Vor allem die schwedische OMX hatte sich in den vergangenen Jahren bei Ausschreibungen oft gegen Frankfurt durchgesetzt. Ihr System galt lange als kostengünstiger und flexibler.

Die Entscheidung für Frankfurt bedeutet aber offenbar nicht, dass die Deutsche Börse sich Hoffnung auf einen Einstieg bei der halbstaatlichen Börse Sofia machen kann, die lange als Privatisierungskandidat galt. Papazov sagte dazu, die Privatisierung habe keine „Priorität“ mehr, da das Unternehmen mittlerweile profitabel sei. Details nannte er nicht. Derzeit besitzt der bulgarische Staat 44 Prozent der BSE. Seit dem Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union (EU) am 1. Januar 2007 habe sich die finanzielle Situation der Börse deutlich gebessert. „Sofix“, der 16 Aktien umfassende Standardwerteindex der Börse hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 80 Prozent zugelegt. Ein Zeichen, dass vermehrt ausländisches Kapital nach Bulgarien fließt.

Die Aktie der Deutsche Börse setzte gestern ihre Rekordjagd mit einem Plus von mehr als zwei Prozent fort. Seit der Konzern in der vergangenen Woche die Wiederaufnahme seines Aktienrückkaufprogramms beschloss, legte die Aktie in der Spitze um mehr als 20 Prozent zu. Die erneuten Aktienrückkäufe signalisierten, dass der hochprofitable Konzern keine weiterem Zukäufe plane und die Gewinne ausschließlich den Aktionären zugute kämen, erklärten Händler die Kursentwicklung bei dem Börsenkonzern.

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