Ende der Berichtssaison
Dax-Ausblick: Alles ist drin

In der kommenden Woche ebbt die Flut der Unternehmensberichte deutlich ab. Für den Dax fällt damit ein wesentlicher Antriebsmotor aus.

HB FRANKFURT. „Wir haben in den vergangenen Wochen eine sehr gute Entwicklung gesehen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass wir eine Verschnaufpause einlegen“, erwartet Kapitalmarktstratege Kai Stefani von der zur Allianz gehörenden Fondsgesellschaft Dit. Der Leitindex hat in dieser Woche knapp zwei Prozent auf 6 355 Punkte zugelegt. Seit Erreichen seines Jahrestiefs von 5 243 Punkten im Sommer kennt der Leitindex nur noch eine Richtung: Gut 20 Prozent hat er seither ohne nennenswerten Rückschlag zugelegt.

Mit einem deutlicheren Kursplus war der Dax noch in die Woche gestartet. Am Mittwoch erreichte der Index den höchsten Stand seit Februar 2001. Doch insgesamt ist der Dax im Wochenverlauf mehr oder weniger auf der Stelle getreten. Dabei wurde Anfang der Woche auf frische Impulse aus der Berichtssaison gehofft. Während es bei Einzelwerten auch zu großen Kurssprüngen kam, konnte der breite Markt nicht profitieren. Zudem hat sich zuletzt das Umfeld für den Aktienmarkt leicht eingetrübt. So hat der Euro in den letzten Tagen zum Dollar Boden gutgemacht und strebt in Richtung Jahreshoch bei 1,2940 US-Dollar. Zudem ist der Ölpreis erneut über die Marke von 60 US-Dollar gesprungen.

Einige technische Analysten rechnen in den kommenden fünf Handelstagen mit einer Konsolidierung. Als hartnäckiger Widerstand hat sich nach deren Ansicht zuletzt der ehemalige Aufwärtstrend seit 1982 herausgestellt, der momentan bei 6 373 Punkten verläuft. Das zu erwartende Konsolidierungspotenzial sei aber überschaubar. Genannt wird ein mögliches Abrutschen auf 6 200 Punkte.

Andere Marktstrategen erwarten keinen Kursrückgang. „Für einen größeren Rückschlag wäre ein Auslöser nötig, ein Schock, der den Markt ordentlich durchschüttelt“, erklärt Dit-Experte Stefani und erinnert an den Rückschlag im Mai, als Befürchtungen, die US-Notenbank (Fed) könnte mit ihrer Zinspolitik das Wirtschaftswachstum abwürgen, die Märkte weltweit unter Druck gebracht hatten. Optimismus herrscht offenbar auch unter den Anlegern. Nach der aktuellen Sentimentanalyse des Daytradebrokers ClickOptions rechnen viele Dax-Anleger kurzfristig mit einem weiteren Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt. Die meisten der befragten Investoren setzen darauf, dass der Dax bis zum 24. November die Schwelle von 6 455 Punkten erreicht oder überschreitet. „Die Pessimisten unter den Dax-Anlegern sind im Vergleich dazu derzeit eindeutig in der Unterzahl“, sagt ClickOptions-Sprecher Richard Ohl. Nur 16 Prozent der Investoren rechnen demnach im Moment mit schnellen Kursrücksetzern.

Auch Matthieu Driol, der als unabhängiger Analyst für ClickOptions tätig ist, prognostiziert – anders als manche Kollegen – einen Kursanstieg. „Das Überschreiten der bisherigen Widerstandslinie bei 6 301 Punkten bestätigt den Aufwärtstrend“, glaubt der Analyst. Wenn der Dax auch die derzeitige Widerstandslinie bei 6380 Punkten überspringe, sei der Weg frei für einen weiteren Kursanstieg bis auf 6 469 Punkte.

„Viele Marktteilnehmer sind angeblich nicht positioniert, insofern hat der Markt noch Luft nach oben“, meint auch Daniel Hupfer, Aktienstratege bei M.M.Warburg. Selbst wenn es einen Rückschlag gebe, „werden viele die Chance nutzen, um noch auf den Zug aufzuspringen.“ Wesentlich spannender könnte es allerdings werden, wenn der langfristige Aufwärtstrend wider Erwarten nach oben durchbrochen wird. Als übergeordnete Zielzone sehen gleich mehrere Anhänger der Charttechnik die Marke bei 6 800 Punkten. Dann dürften viele auf den fahrenden Zug aufspringen und eine Jahresendrally auslösen.

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