Ende des Bieterkampfs um Endesa
Anleger feiern Eon-Ausstieg

Das Einlenken Eons im Übernahmekampf mit Enel und Acciona um den spanischen Versorger Endesa hat die Anleger erleichtert. Experten werten den Rückzug der Düsseldorfer als Befreiungsschlag, der dem Unternehmen eine lange Zeit der Lähmung erspart und neue Spielräume öffnet. An der Börse gehört aber nicht nur das Eon-Papier zu den Gewinnern.

HB DÜSSELDORF. Die Eon-Aktie kletterte um fast 7 Prozent und steht bei 109,00 Euro. Der Dax hat, gestützt von der positiven Entwicklung des Eon-Papiers, legte zugleich um 0,8 Prozent zu auf 6 996 Punkte. Auch die Papiere von Enel und Acciona notierten deutlich im Plus.

Experten werteten das Einlenken von Eon-Chef Wulf Bernotat als Befreiungsschlag, der dem Unternehmen eine lange Zeit der Lähmung erspart und neue Spielräume öffnet. „Die Pattsituation hat sich aufgelöst, und das ist positiv“, sagte ein Händler. Hinzu komme die Fantasie auf eine Sonderdividende, nachdem der finanzielle Aufwand für den Kauf von Anteilen an Endesa mit 10 Milliarden Euro nur noch rund ein Viertel der ursprünglich eingeplanten Summe für die Komplettübernahme betrage.

Am Vorabend hatte Eon sich mit dem italienischen Energieversorger Enel und dem spanischen Mischkonzern Acciona auf einen Kompromiss geeinigt. Der Stromriese macht den südeuropäischen Konzernen den Weg frei für eine Mehrheitsübernahme beim spanischen Strommarktführer Endesa. Im Gegenzug erhält er Teile von Endesa, zum Beispiel in Frankreich. Hintergrund der Einigung: Ein Mehrheitserwerb war für Eon zuletzt trotz des gebotenen Kaufpreises von mehr als 42 Milliarden Euro in weite Ferne gerückt. Die Konkurrenten hatten sich bereits mehr als 45 Prozent der Aktien gesichert. „Der Erwerb einer Minderheit an Endesa hätte eine gegenseitige Blockade der Anteilseigner und unabsehbare Gerichtsverfahren zur Folge gehabt“, beschrieb Wulf Bernotat selbst die wenig attraktiven Perspektiven. Eon muss damit seine Hoffnungen, rasch eine starke Position auf dem wachstumsstarken südamerikanischen Markt zu erreichen.

„Ich gehe davon aus, dass Eon nun einen Teil des Geldes, den es nicht ausgeben konnte, an die Aktionäre zurückgeben wird“, sagte Ingo Becker von Kepler Equities. Insgesamt sei die Einigung mit Acciona und Enel ein „recht positives Ende für Eon“. „In den vergangenen Wochen gab es ohnehin nur noch minimale Chancen für Eon bei Endesa zum Zuge zu kommen. Die Alternative zu der Einigung wäre gewesen, auf Jahre hinaus in einer Minderheitsposition gefangen zu sein, oder mit leeren Händen abzuziehen.“ Dass der Dax-Konzern jetzt möglicherweise eine andere Akquisition in Betracht zieht, hält Becker für unwahrscheinlich. Er stuft Eon mit „kaufen“ ein und hat ein Kursziel von 133 Euro.

Seite 1:

Anleger feiern Eon-Ausstieg

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%