Entry Standard
Erfolg auf gefährlichem Parkett

Das Börsensegment Entry Standard hat sich etabliert, obwohl Experten den kaum regulierten Marktbereich noch vor kurzer Zeit als Spielwiese für Zocker bezeichnet hatten.

DÜSSELDORF. Skandale sucht man bislang vergebens. Stattdessen legte der Entry-Standard-Index in diesem Jahr um rund 15 Prozent zu, deutlich mehr als Dax und MDax. Und fast im Wochentakt lassen sich neue Unternehmen in dem Segment listen. Bis heute ist es eine bunte Mischung aus Nanotechnik-Spezialisten, Finanzdienstleistern, Beteiligungsfirmen bis hin zu Explorationsfirmen. 42 sind es, und 30 bis 50 weitere kommen nach Erwartungen von Marktteilnehmern in diesem Jahr noch hinzu. „Zur Zeit ist es einfach ’in’, sich am Entry Standard listen zu lassen“, sagt Manuel Hölzle von dem Research-Unternehmen GBC.

Vom Handelsblatt befragte Fondsmanager beurteilen die Einführung des Segments durchweg positiv. Sie weisen allerdings auch auf Risiken für Privatanleger hin. „Das Problem ist, dass manche Unternehmen im Entry Standard eher nicht an die Börse gehören. Andere dagegen werden es eines Tages in den Prime Standard schaffen“, sagt Henning Gebhardt, Leiter deutsche Aktien bei der Fondsgesellschaft DWS. So ein Sprung könnte dem Biodiesel-Hersteller Biopetrol demnächst gelingen, einem der Stars im Entry Standard.

Generell sei das Wachstumssegment Entry Standard, das als Nachfolger des Neuen Marktes gilt, aber ein „gefährliches Terrain“, sagen Experten. An manchen Tagen schießt der Aktienkurs einzelner illiquider Werte zweistellig nach oben und bewegt sich kurz darauf in die entgegengesetzte Richtung. Ein weiteres Risiko sind die geringen Informationspflichten für die Unternehmen (siehe „Regeln und Pflichten“). Und im Gegensatz zu dem stark regulierten Segment Prime Standard gibt es über die Unternehmen, die im Entry Standard gelistet sind, kaum Studien oder Presseberichte. Für Privatanleger ist es daher sehr schwer, sich ein fundiertes Urteil zu bilden. Im Gegensatz zu Privatanlegern erhalten institutionelle Investoren durch Hintergrundgespräche mit Vorständen einen besseren Einblick in die Unternehmens und deren Ziele. „Es besteht grundsätzlich die Gefahr eines story-getriebenen Marktes – wie zu Zeiten der New Economy“, sagt Frank Hansen von der Fondsgesellschaft Dit.

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