Entscheidung Ende August
VW und Bayer bangen um Stoxx-Platz

Akut bedroht vom Abstieg aus den europäischen Auswahlindizes Stoxx50 und EuroStoxx50 sind die Aktien der deutschen Großkonzerne Bayer und Volkswagen. Ihnen haben nur noch eine knappe Handelswoche Zeit.

HB FRANKFURT/M. Es bleibt den beiden Unternehmen nur noch eine knappe Handelswoche bis Ende August, um sich durch Kursgewinne doch noch für einen Verbleib in den Indizes zu qualifizieren.

"Für Volkswagen wird das ein enges Rennen", sagte Christian Stocker, Indexanalyst bei der HVB, am Dienstag. Zum Vortagesschluss rangierte VW den Berechnungen zufolge auf Rang 61 der Auswahlliste und würde damit aus dem EuroStoxx50 der größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone herausfallen. Der Kursgewinn von knapp 1,7 Prozent bei VW am Dienstag reiche jedoch wieder, um den rettenden Rang 60 zu erreichen, so die Analysten. Volkswagen könnte indes trotz weiterer Kursgewinne aus dem Index verschwinden, wenn die französische Großbank Credit Agricole auf der entsprechenden Liste zu Monatsende Rang 40 oder besser einnimmt. Dann ist die Bank ein so genannter Direktaufnahmekandidat und VW als derzeit kleinster Wert in dem Index müsste den Regeln gemäß seinen Platz räumen.

Bayer rangiert derzeit auf der Stoxx50-Auswahlliste der größten europäischen Unternehmen auf Platz 61. Bessert sich dies nicht bis Monatsende, wird der Pharmakonzern wohl durch die französischen Bank Societe Generale ersetzt.

Entscheidung zu Monatsende

Der Indexanbieter Stoxx entscheidet Ende des Monats auf Basis der Schlusskurse turnusgemäß über die Zusammensetzung seiner Indizes. Die Mitgliedschaft in einem solchen Börsenbarometer ist für Unternehmen wichtig, weil sie so stärker ins Blickfeld vor allem der Fondsmanager rücken. Viele internationale Vermögensverwalter orientieren sich bei der Zusammensetzung ihrer Portfolios an diesen Indizes. Außerdem werden Zertifikate und indexgebundene Fonds, die ein Börsenbarometer eins zu eins nachbilden, immer beliebter.
Dresdner Kleinwort Wasserstein schätzt, dass in Aktien des populären EuroStoxx50 rund 40 Milliarden Euro durch diese passiven Anlagestrategien investiert sind. Für den Stoxx50, der neben der Euro-Zone auch die wichtigen Kapitalmärkte der Schweiz und Großbritanniens berücksichtigt, rechnen sie mit rund 25 Milliarden Euro.

Bayer: Index-Mitgliedschaft auch von Quartalszahlen abhängig

Spannend wird es für die Bayer-Aktionäre, weil der Konzern als letztes großes deutschen börsennotiertes Unternehmen am 31. August seine Quartalszahlen vorlegt. "Wenn diese Zahlen enttäuschen und die Aktie unter Druck kommt, dann schlägt sich das noch voll in der Auswahlliste nieder", sagte ein Experte. Wer jetzt auf einen Verbleib des Unternehmens im Stoxx50 spekulieren wolle, müsse dies in seiner Anlageentscheidung miteinbeziehen.

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