Entscheidung soll in den nächsten Monaten fallen
Weiteres Rätselraten um Börsengang der MTU

Um den geplanten Börsengang des Triebwerkhersstellers MTU und vor allem dessen Zeitpunkt geht das Rätselraten weiter. Der neue Vorstandschef Udo Stark wollte gestern in München bei einer Bilanz seiner ersten 100 Tage als Vorstandsvorsitzender keine konkreten Angaben dazu machen.

mwb MÜNCHEN. Auch bei der Bilanzpressekonferenz am 28. April sei noch mit keiner Entscheidung der Gremien zu rechnen. „Ich glaube, für eine fundierte Entscheidung ist das noch zu früh“, sagte der Ex-Chef von MG Technologies. Er hatte den MTU-Job im Januar angetreten mit der Erwartung, den Triebwerkshersteller an die Börse zu führen.

Stark sagte lediglich, dass MTU bis Jahresmitte börsenreif sei und eine Entscheidung „in den nächsten Monaten“ fallen werde. Ganz fertig mit den Vorbereitungen sei man nicht. „Wir könnten heute noch nicht auf den Knopf drücken“, betonte Stark. Er dämpfte damit gestern die Erwartungen für einen raschen Börsengang noch in der ersten Jahreshälfte. Finanzkreise hatten sogar mit Anfang Juni gerechnet.

Die MTU Aero Engines GmbH zählt aber weiter zu den heißen Börsenkandidaten, die nach dem Bezahlsender Premiere in diesem Jahr den Sprung an den Kapitalmarkt schaffen könnten. Der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts KKR hatte das Unternehmen mit rund zwei Mrd. Euro Umsatz vor 16 Monaten für 1,5 Mrd. Euro von Daimler-Chrysler gekauft. Seither wurden die Bankschulden von über 300 Mill. Euro auf 55 Mill. Euro reduziert. Der Vorstandschef sieht wegen der Langfristigkeit des Triebwerks-Geschäfts vor allem institutionelle Anleger als potenzielle Aktionäre. Derzeit befinde sich MTU in einer Investitionsphase in neue Triebwerke, die noch bis 2006 dauern werde. „Bei neuen Triebwerken legt der Hersteller immer drauf. Gewinn wird erst mit dem Ersatzteilgeschäft gemacht“, betonte Stark.

MTU ist als Systemzulieferer unter anderem mit 22,5 Prozent am Triebwerk für das Großraumflugzeug A 380 von Airbus beteiligt. Auch wesentliche Teile des Triebwerks für den Militärtransporter A 400 M kommen von MTU. Das Militärgeschäft macht beim deutschen Marktführer ein Viertel des Umsatzes aus. Das Münchener Unternehmen sieht sich mit einem Marktanteil von 30 Prozent als Weltmarktführer unter den Lieferanten von Subsystemen und Komponenten für zivile Flugzeugtriebwerke. Die drei großen Triebwerksanbieter GE, Rolls-Royce und Pratt & Whitney zählen zu etwa gleichen Teilen zu den MTU-Kunden.

Den Anteil an den großen Triebwerks-Programmen hat MTU von früher 10 bis 20 Prozent auf 20 bis 33 Prozent bei neuen Programmen gesteigert. Damit sei die Grundlage für überproportionales Wachstum gelegt. Bis da allerdings die Früchte im Ersatzteilgeschäft geerntet werden, dauere es noch „fünf bis zehn Jahre“, räumte Stark ein. MTU verfüge aber über ein ausgeglichenes Portfolio von Programmen in allen Lebensphasen. In diesem Jahr will MTU vom Marktwachstum profitieren. Knapp 1 000 Triebwerke sollen mit MTU-Komponenten beliefert werden, deutlich mehr als noch im vergangenen Jahr, als MTU erst 762 Triebwerke bestückte.

Weitergehende Prognosen zum Geschäft wollte Stark nicht machen. Auch zum abgelaufenen Geschäftsjahr machte er keine konkreten Angaben. Der Ertrag sei deutlich gestiegen und der Umsatz habe trotz der Belastung durch den schwachen Dollar zugelegt. Konkrete Zahlen will er erst bei der Bilanzvorstellung am 28. April vorlegen.

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