Erleichterung der Privatisierungen
Libyen gründet eine Börse

Libyen will eine Börse gründen, um der Regierung unter Muammar al-Gaddafi die Privatisierung von Staatsunternehmen zu erleichtern. Auch Investoren sollen so angelockt werden.

Bloomberg. HB TRIPOLIS. Die Entscheidung sei am Sonntag bei einer Sitzung unter Leitung von Ministerpräsident Baghdadi Mahmudi in Tripolis gefallen, teilte die Regierung am Montag mit. Ein Startdatum wurde aber noch nicht genannt.

Im vergangenen Jahr platzierte Libyen, der zweitgrößte Ölproduzent Afrikas, 60 Prozent der Arabian Cement Co. und spielte damit 273 Mill. Dollar (214 Mill. Euro) ein. Durch die Erstplatzierung der General National Co. for Flour Mills and Fodder, einer Weizenmühle, nahm der Staat 167 Mill. Dollar ein. Die Aktien werden derzeit noch in einer Abteilung des Wirtschaftsministeriums gehandelt, die als Ausgangsstelle für die geplante Börse eingerichtet wurde.

Die ersten Privatisierungen libyscher Staatsunternehmen gehen auf das Jahr 2004 zurück. Das nordafrikanische Land wollte so von Öl als Einnahmequelle unabhängiger werden. Ein Jahr zuvor hatte Gaddafi gesagt, die Unternehmen hätten die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt.

Wie aus Zahlen des US-Energieministeriums hervorgeht, exportierte Libyen vergangenes Jahr Öl im Wert von 19,4 Mrd. Dollar. Dies entspricht 95 Prozent der Einnahmen Libyens in harter Währung und 75 Prozent des Budgets.

Durch den hohen Ölpreis hat es einen Boom an vielen Börsen im arabischen Raum gegeben, der sich jedoch nicht als dauerhaft erwies. Libyen war lange Zeit politisch isoliert, hat inzwischen jedoch seine Beziehungen zu den westlichen Ländern weitgehend normalisiert.

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