Erleichterung für ausländische Firmen
SEC lockert Vorschriften

Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) will die strikten Bilanzvorschriften für Unternehmen lockern. Die neuen Regeln werden als Reaktion auf die massive Kritik aus der Wirtschaft gewertet.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Unternehmen und Wirtschaftsprüfer sollen sich künftig mehr auf jene Bereiche der Rechnungslegung konzentrieren, in denen die größten Risiken für Investoren lauern. Zugleich sollen die Kontrollregeln stärker an Größe und Komplexität der Firmen angepasst werden. Darüber hinaus haben es ausländische Unternehmen jetzt leichter, sich bei der SEC abzumelden und so den strengen US-Vorschriften zu entgehen.

Die Lockerung der Bilanzregeln ist eine Reaktion auf die massive Kritik aus der Wirtschaft. Der US-Kongress hatte nach den Bilanzskandalen im Stile von Enron 2002 das „Sarbanes-Oxley-Gesetz“ (Sox) erlassen, um Investoren vor Bilanzmanipulationen bei allen an US-Börsen notierten Unternehmen zu schützen. Die Umsetzung des Gesetzes wurde jedoch der SEC überlassen, und die Behörde forderte in der berüchtigten Sektion 404 von den Unternehmen kosten- und zeitintensive interne Kontrollen. Viele Firmen kehrten daraufhin dem Finanzplatz New York den Rücken und ließen ihre Aktien in London oder Hongkong notieren.

Auch die global operierenden Banken machen jetzt Druck. Unter dem Dach des Institute of International Finance (IIF) sind die Großbanken in einen Dialog mit den internationalen Regulierungsbehörden eingetreten. Ziel ist es, die Vorschriften zu vereinheitlichen und effizienter zu gestalten. Eine Gruppe unter der Führung von UBS-Chef Peter Wuffli und JP Morgan-Chairman William Harrison hat dazu sieben Prinzipien vorgelegt. „Eine Umfrage unter den IIF-Mitgliedsfirmen zeigt, dass es eine Sorge über die wachsende Komplexität von Regulierungen gibt“, sagte Wuffli in New York.

Die neuen Verfahrensregeln der SEC sehen jetzt vor, dass die internen Kontrollen sich stärker an den „materiellen Risiken“ für die Investoren orientieren sollen. Unternehmen mit komplexen Finanzaktivitäten wie etwa dem Handel von Derivaten werden schärfer kontrolliert als Firmen mit einer relativ transparenten Rechnungslegung. Das dürfte tendenziell kleineren Firmen zugute kommen. Die von vielen Kleinunternehmen erhoffte Ausnahme von den Auflagen der Sektion 404 wird es allerdings nicht geben. „Wir müssen die Regeln so gestalten, dass sie für Firmen und Investoren zum richtigen Preis funktionieren“, sagte SEC-Chef Christopher Cox.

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