Ernst & Young
Neue Börsengänge im Herbst

Ernst & Young erwartet noch etwa fünf Börsengänge im Herbst in Deutschland. Die Situation auf dem Kapitalmarkt sei aufgrund der erheblichen Liquidität jetzt günstig. Viele Unternehmen stünden bereits in den Startlöchern.
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FrankfurtDie Unternehmensberatung Ernst & Young hält in diesem Herbst noch etwa fünf Börsengänge in Deutschland für möglich. "Der Kapitalmarkt verfügt über erhebliche Liquidität, der Anlagedruck ist hoch", sagte Ernst & Young-Kapitalmarktexperte Martin Steinbach am Donnerstag in Frankfurt. "Jetzt fehlen nur noch erfolgreiche Börsengänge als 'Eisbrecher'". Dann könne es in diesem Jahr noch eine Handvoll Initial Public Offerings (IPO) geben. Viele Unternehmen seien vorbereitet und stünden noch in den Startlöchern.

In diesem Jahr haben nur einige Unternehmen aus China den Sprung in den Prime Standard der Frankfurter Börse geschafft. Dafür hagelte es Absagen - vom Chemiekonzern Evonik bis zur Autozuliefer-Tochter von Rheinmetall, KSPG. Doch nun läuft die Zeichnungsfrist für den Versicherer Talanx, der seinen Börsengang zwischenzeitlich schon abgesagt hatte - und nun doch Aktien für 500 Millionen Euro ausgeben will. Der Straßenleuchten-Hersteller Hess aus Villingen-Schwenningen hat ebenfalls einen Börsengang angekündigt. Für die kommende Woche wird der spanische Telefonriese Telefonica erwartet, der 20 Prozent der Mobilfunktochter O2 für 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro an die Börse bringen will.

Im dritten Quartal lag der Markt für Börsengänge weltweit darnieder. Nach Berechnungen von Ernst & Young fanden zwischen Juli und September nur 165 IPOs statt, 43 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der September 2012 war mit 36 Neuemissionen der schlechteste Monat für Börsengänge seit dem Mai 2009. Immerhin ging mit dem 8,5 Milliarden Dollar schweren IPO von Japan Airlines der zweitgrößte Börsengang des Jahres nach Facebook über die Bühne. Insgesamt erlösten die Emittenten im dritten Quartal 24,1 Milliarden Dollar, das ist ein Minus von 16 Prozent zum Vorjahr. In Europa nahmen 23 Börsenneulinge nur noch 372 Millionen Dollar ein - nach 8,9 Milliarden ein Jahr zuvor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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