Börse Inside
Erste Sammelklage gegen Comroad

Das Landgericht (LG) Frankfurt hat gestern zum dritten Mal in zwei Monaten Comroad-Anlegern Schadensersatz für erlittene Kursverluste zugesprochen. Erstmals handelte es sich um eine erfolgreiche streitgenössische Klage (“Sammelklage“), zu der sich sechs Anleger zusammengeschlossen hatten. Das Urteil (Az.: 3-07 O 44/02) ist noch nicht rechtskräftig.

gem FRANKFURT/M. Der Stuttgarter Rechtsanwalt der Anleger, Guido Veit, wertete das Urteil des LG Frankfurt als „weiteren Beitrag dazu, das in Deutschland geschwundene Vertrauen in den Kapitalverkehr wieder zu stärken und dem Eindruck entgegen zu wirken, die Justiz lasse die betrugsgeschädigten Aktionäre, gleich welcher krimineller Energie sie zum Opfer gefallen waren, im Stich.“

Am 21. Mai hatte das LG Frankfurt erstmals entschieden, dass der Telematik-Hersteller Comroad Anlegern Kursverluste ersetzen muss. Das Unternehmen aus Unterföhring bei München hatte über lange Zeiträume falsche Unternehmenszahlen veröffentlicht. So präsentierte Comroad 1999 Umsatzzzahlen, die fast komplett erdichtet waren. Dies hatten die Richter als „sittenwidrige Schädigung“ der Anleger angesehen.

Das Landgericht München hatte bereits im November 2002 Comroad-Gründer und Großaktionär Bodo Schnabel unter anderem wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Wegen Beihilfe erhielt auch seine Ehefrau Ingrid eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%