Euro-Krise
Buffett warnt vor Konjunkturabschwung

Warren Buffett sorgt sich um die Weltwirtschaft. Das Wachstum werde deutlich schwächer ausfallen, sagte er in einem Interview, vor allem in Europa. Aktien hat der weltbekannte Investor zuletzt trotzdem gekauft.
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DüsseldorfWarren Buffett sorgt sich um die Weltwirtschaft. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte der US-Milliardär, es bestünde keinerlei Zweifel, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten weltweit abkühlen werde; wobei die USA, anders als Europa, vergleichsweise gut dastünden.

Positive Signale kämen in seiner Heimat etwa vom Immobilienmarkt. Berkshire Hathaway, Buffetts Investmentgesellschaft, ist an zahlreichen Unternehmen beteiligt, die von der Immobilienbranche in den USA profitieren. „Wir verkaufen derzeit viele Möbel und Teppiche“, sagte Buffett.

Zuletzt war der 82-Jährige auch wieder als Investor aktiv. Er habe sehr viel Geld in erneuerbare Energie gesteckt, in Solarunternehmen und Windkraftbetreiber. Zahlen nannte das Orakel aus Omaha allerdings nicht. Konkreter wurde er bei einer anderen Branche: den Banken. Seine Beteiligung an Wells Fargo habe er weiter aufgestockt, sagte er. Die kalifornische Bank entwickelte sich prächtig.

Insgesamt, meinte Buffett, könne man nach wie vor gute Geschäfte mit Finanz-Aktien machen. Allerdings glaube er nicht, dass die Banken jemals wieder so profitabel sein werden, wie sie das zu der Zeit vor Ausbruch der Finanzkrise in den USA waren.

Was die nähere Zukunft betrifft, will sich der Investor mit Zuläufen erst einmal zurückhalten. Die Preise seien zum Teil ambitioniert. Und Berkshire Hathaway werde sich auf keine Preiskämpfe einlassen. Aus Investorenseicht sei der Aktienmarkt langfristig allerdings weiterhin attraktiv. In diesem Zusammenhang lobte ausdrücklich den Technologiekonzern IBM, an dem er in diesem Jahr eine größere Beteiligung erworben hatte.   

Ihm persönliche gehe es sehr gut, sagte Buffett. Er habe keine Schmerzen und spüre auch sonst keine Einschränkungen. Vor kurzem war bei einer Untersuchung festgestellt worden, dass der berühmte Investor aus Omaha an Prostata-Krebs leidet. In den vergangenen Wochen hatte er sich verschiedener Untersuchungen unterzogen und eine Hormon-Therapie begonnen. Nun bekomme er desöfteren Hitzewallungen, sagte Buffett.  Die fühlten sich an wie Stromstöße. In Rente wolle er noch lange nicht gehen.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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  • Der größte Unterschied zwischen den USA und der Europäische Währungsunion ist dass die USA über eine zentrale Steuerbehörde verfügen die für Umverteilung der Steuereinnahmen sorgt und damit eine gewisse Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse innerhalb der USA erreicht.
    Der Internal Revenue Service (Abkürzung IRS) ist die Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten und ist dem Finanzministerium unterstellt.
    Die Aufgabe der Behörde ist die Erhebung aller Bundessteuern sowie Ermittlungen in Steuerstrafsachen und der Forderungseinzug.
    Eine solche Behörde für die Europäische Währungsunion fehlt noch, das mühsam ausgehandelter Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz ist ein Beispiel dafür. Er gilt nur für Deutschland und hätte vernünftigerweise für die gesamte Währungsunion gelten sollen.

  • Warren Buffett, einer der aggressivsten Investoren schlechthin. Er hat Kreide gefressen, ist bigott und scheinbar lammfromm. Aeussert sich chronisch patriotisch positiv über die Wirtschaftlage in den USa. Seine Tipps, solange Sie pauschal sind, gehen in Ordnung, weil ökonomisches Allgemeingut. Spezielle Anlageempfehlungen nehme ich von einen Orakel nicht entgegen. Meine Aktienquote habe ich kürzlich auf 33% gesenkt und die durch Puts abgesichert.

    Es ist aber klar, Europa übertreibt es, auf Druck Deutschlands, mit der austerity und den Steuererhöhungen. Auch sind die Regulierungen, speziell der Finanzindustrie ein weiterer Klotz für die Konjunktur. Erst wurde mit den Deregulierungen seitens der Politik übertrieben jetzt geht es zu expansiv in die andere Richtung. Vom schwierigen Austritt aus der expansiven Geldpolitik ganz zu schweigen. Populistisch und ohne vernünftig Mass typisch Politiker.

  • Den USA geht es so gut weil sie noch gar nicht angefangen zu sparen oder über Dinge wie "Fiskalpakt" oder "Schuldenbremsen" nachzudenken.
    Wenn die "PIIFGS " jetzt das Gleiche tun können,hätten sie auch keine Probleme.ABER das Problem ist,bedingt und angetrieben durch die vielen negativen Urteile der Ratingagenturen müssen diese Länder eisern sparen,während die USA sich ungeniert in aller Welt weiter und weiter verschulden,bis zum bitteren Ende.

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