Europäische Krisenpolitik
Hedgefonds-Manager verlieren sich im Euro-Chaos

Die europäische Krisenpolitik entnervt Hedgefonds-Manager. Branchengrößen schrecken vor Investitionen in Europa zurück. Einige könnte die europäische Schuldenkrise nicht nur Geld, sondern die Karriere kosten.
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MonacoDas politische Hick-Hack in der europäischen Schuldenkrise raubt Hedgefonds-Managern den letzten Nerv. Die einst mächtigen Finanzjongleure, die über alle Börsenturbulenzen erhaben schienen und in jeder Lage Gewinne einfahren konnten, wissen sich keinen Reim aus den politischen Winkelzügen zu machen, die die Märkte auf Achterbahnfahrt schicken.

Trotz verlockend niedriger Kurse trauen sich die ehemals Unerschrockenen derzeit kaum, in europäische Aktien und Anleihen zu investieren. „Es gibt sicherlich einige günstige Bewertungen", sagte Ian Prideaux, Investmentchef beim weltweit agierenden Fondsanbieter Grosvenor Estates, am Rande des Hedgefonds-Branchentreffens GAIM International diese Woche in Monaco.

„Aber es gibt viel politisches Risiko, welches schwer - wenn nicht gar unmöglich - vorherzusagen ist." So weit haben es die Freunde der kontrollierten Gefahr nicht einmal während der Finanzkrise kommen lassen, als sie bis zuletzt nicht davor zurückschreckten, mit Kreditderivaten auf Immobiliengeschäfte zu spekulieren.

Die meisten Hedgefonds sitzen außerhalb der Euro-Zone, in London oder den USA. Wenn sie im Währungsgebiet Aktien, Anleihen oder sonstige Vermögenswerte kaufen, müssen sie ein Währungsrisiko in Kauf nehmen. Und das bereitet ihnen momentan schlaflose Nächte - weil sich kaum jemand ein Bild davon machen kann, wie es mit der Gemeinschaftswährung weitergeht.

Nicht einmal die Orientierung an der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ist hier immer eine Hilfe: Die mächtigste Frau Europas tritt bei Vorschlägen wie einem gemeinsamen Schuldentilgungsfonds oder Euro-Bonds auf die Bremse, während andere hier so gut sie können aufs Tempo drücken.

Solange sich daran nichts ändert, werden viele Hedgefondsmanager wohl weiterhin einen großen Bogen um Europa machen, lautete der Tenor in Monaco. „Es gibt jetzt viele wunderbare Wege, um Geld zu verdienen, aber man muss dafür arbeiten", sagte Jane Buchan vom Hedgefonds-Anbieter PAAMCO aus den USA. „Die einfachen Wege gibt es nicht mehr." Für viele ehemals gefeierte Finanzprofis erwartet Buchan deshalb ein Aus - dank Merkel und dem europäischen Schulden-Hick-Hack. „Es wird eine natürliche Auslese stattfinden", sagte Buchan.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Europäische Krisenpolitik: Hedgefonds-Manager verlieren sich im Euro-Chaos"

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  • ..zeigt mal wieder, dass Amerikaner nur schwer europäische Verhältnisse verstehen, geschweige denn anfreunden können!!

  • Recht so. Die Geier sollen woanders jagen, wenn sie für den Europa zu doof sind.

    Diese Ganoven, die viel zu große Räder kreditfinanziert drehen und Milliarden abgreifen aus der Not von anderen
    und durch ihre riesigen Transaktionen ständig große Schwankungen und damit Unruhe ins Finanzsystem bringen,
    braucht Europa schon mal gar nicht.

    Europa braucht eine solide Finanzpolitik und Politiker, die ihren Wählern nicht mehr versprechen, als mit der Kasse finanzierbar ist. Und Europa braucht Bürger die verstehen, dass man jeden Euro, den man in Konsum steckt, erstmal gegen internationale Konkurrenz verdienen muss.

    Bürger, die nicht windigen Schaumschlägern und Rattenfängern hinterherlaufen, sondern diese teeren und federn. Aber angelsächsische Finanzgangster, die erst wacklige Zustände schaffen um nachher dran zu verdienen, die brauchen wir in Europa nicht (mehr). Die sollen sich mit ihren amerikanischen Marionettenpolitikern vergnügen.


    Warum dürfen Hedgefonds ein weitgehend unreguliertes Schattenbankensystem betreiben?

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