Experten empfehlen mit Blick auf die Aktie abzuwarten
Das Ende der Ära AT&T im Dow Jones

Mit endlos aneinander gereihten Telegrafenmasten, die den Pioniertrecks von der Ostküste in den Wilden Westen folgten, begann der unaufhaltsame Aufstieg. Mit dem zweiten Rauswurf aus dem bekanntesten Aktienindex der Welt – verdrängt von einer ehemaligen Tochtergesellschaft – endet die Ära: American Telephone and Telegraph (AT&T) muss der New Yorker Verizon im Dow-Jones- Index der New Yorker Börse weichen.

NEW YORK. Verizon ist eine so genannte „Baby Bell“. Im Jahr 1984 zerschlug die US-Regierung das Telefonmonopol, das AT&T geschaffen hatte. Die große „Ma Bell“ (Mutter-Klingel) musste mehrere regionale Gesellschaften – so genannte „Baby Bells“ – in die Freiheit entlassen, darunter Verizon.

Es ist nicht das erste Mal, dass „Ma Bell“ aus dem Leitindex der New Yorker Börse fliegt. Die Ikone der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte war vom 4. Oktober 1916 bis zum 1. Oktober 1928 Mitglied des Dow Jones. Danach folgte eine elf Jahre lange Durststrecke. Erst am 14. März 1939 wurde AT &T wieder in den Dow aufgenommen. Am 8 April diesen Jahres fliegt „Ma Bell“ nun wieder raus. Fast trotzig kommentierte AT&T dies: „AT&T bleibt eines der führenden Unternehmen der USA.“

Paul Steiger, Herausgeber des Wall Street Journal und verantwortlich für die Zusammensetzung des Dow-Jones-Index, beweist mit seiner Entscheidung Mut. Denn neben AT&T wirft Steiger auch den Foto- und Chemieriesen Eastman Kodak und den Papierkonzern International Paper aus dem prestigeträchtigen Kursbarometer – allesamt Weltmarktführer in ihrer Branche, deren Produkte in den USA fast in jedem Haushalt zu finden sind. Die Aktien von Kodak werden seit dem 18. Juli 1930 im Dow notiert. International Paper war seit dem 3. Juli 1956 Mitglied in dem Leitindex.

Neben Verizon werden der Pharmariese Pfizer und der Versicherer American International Group (AIG) nun in den Dow aufsteigen. Steiger sagt, die Änderungen entsprechen „der wachsenden Bedeutung der Finanz- und Gesundheitsbranche und dem rückläufigen Interesse an der Grundstoffindustrie“. Keine dieser Änderungen sei durch ein besonderes Ereignis wie zum Beispiel eine Fusion ausgelöst worden, wie es bei den drei vorigen Änderungen seit Anfang der 90er der Fall gewesen war, sagte Steiger. Damals mussten unter anderem Chevron und Union Carbide weichen, weil sie mit Texaco beziehungsweise Dow Chemical fusioniert hatten. John Prestbo, der die Zusammensetzung des Dow Jones verantwortet sagt: „Es gibt keine festen Kriterien, warum eine Aktie aufgenommen oder gestrichen wird. Allerdings bemühen wir uns, dass alle Mitglieder namhafte US-Konzerne sind, die in ihren Branchen zu den Marktführern zählen.“

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