Experten warnen vor Turbulenzen
Börse London kühlt sich ab

Die Stimmung am britischen Aktienmarkt ist gut. Von echter Euphorie kann auf der Insel allerdings keine Rede sein. Glaubt man den Analysten der führenden Banken, dann wird sich an dieser Stimmungslage auch im kommenden Jahr kaum etwas ändern.

LONDON. Erst kurz vor Weihnachten erklomm der FTSE-100-Aktienindex mit 6 260 Punkten ein neues Fünf-Jahres-Hoch und bescherte den Anlegern seit Jahresbeginn damit Kursgewinne von etwa zehn Prozent. Mit diesem Ergebnis schnitt der Index der 100 führenden britischen Unternehmen allerdings deutlich schlechter ab als das New Yorker Kursbarometer Dow Jones mit einem Plus von 13,5 Prozent oder der deutsche Dax mit einem Anstieg von 20,5 Prozent im Jahr 2006.

Die Analysten der Großbank HSBC sagen für 2007 für den FTSE-100 zwar weiter steigende Kurse voraus, allerdings droht der britische Markt an Schwung zu verlieren. HSBC sieht den FTSE Ende 2007 bei 6 600 Zählern, das wäre gegenüber dem vorweihnachtlichen Fünf-Jahres–Hoch noch einmal ein Plus von rund sechs Prozent.

Mit ihrer Prognose liegt die Großbank im Trend. Die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley sagt für das kommende Jahr einen Anstieg des FTSE-100 auf 6 550 Zähler voraus, Der Broker Investec gibt ein Kursziel von 6 750 Punkten aus.

Ein wichtiger Grund für die eher verhaltenen Prognosen ist die erwartete nachlassende Dynamik bei den Unternehmensgewinnen in Großbritannien. Die Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die Ergebnisse der Konzerne im kommenden Jahr nur noch einstellig mit fünf bis acht Prozent steigen werden. Nach Einschätzung der Experten von Dresdner Kleinwort erreicht der Gewinnzyklus damit allmählich seinen Höhepunkt.

Zu den stützenden Faktoren für den Aktienmarkt zählt der anhaltende Boom am Markt für Übernahmen und Fusionen (Mergers & Aquisitions, M&A). Kaufangebote oder Spekulationen über Übernahmen sorgten schon 2006 bei zahlreichen britischen Unternehmen für kräftig steigende Kurse. Zu den größten Profiteuren zählte Dank des anhaltenden Übernahmekampfes mit dem amerikanischen Konkurrenten Nasdaq die Londoner Börse LSE. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs nicht zuletzt durch das geschickte Taktieren von LSE-Chefin Clara Furse mehr als verdoppelt.

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