Fallender Goldpreis und starker Rand belasten Kurse
Aktien in Johannesburg nähern sich Jahrestief

Nach ihrem fulminanten Start ins Jahr hat die Johannesburger Börse (JSE) zuletzt deutlich an Fahrt verloren. Trotz der etwas schwächeren Randwährung, die den Exporteuren höhere Einnahmen beschert, verlor der JSE-Gesamtindex auch im April weiter an Boden.

KAPSTADT. Aufs Jahr gesehen, hat der Index damit seine Gewinne nahezu eingebüßt und liegt inzwischen weit unter seinem Höchststand von fast 12 000 Punkten.

Verantwortlich für den Rückschlag sind zum einen der stabile Rand und der in den ersten vier Monaten unter den Erwartungen gebliebene Rand-Goldpreis. Besonders herbe Einbussen verzeichnete zuletzt der Goldindex, der unter dem jüngsten drastischen Preisverfall des Metalls litt. Binnen zweier Wochen ist der Goldpreis von 419 auf 388 $ gefallen. Der Goldindex hat zwischen Ende Dezember und Ende April nun 30 % an Wert verloren - und wenig deutet auf eine Trendwende hin.

Ein weiterer Grund für die Kursverluste liegt in den schwachen Quartalsergebnissen der Goldkonzerne. Vergangene Woche hatte der weltweit zweitgrößte Goldkonzern Anglogold einen Rückgang des Reingewinns gegenüber dem Vorquartal um 55 % gemeldet. Verantwortlich war vor allem die niedrigere Goldförderung, die im Quartal bis März wegen der vielen Feiertage deutlich unter dem Vorquartal lag. Erfreulich ist indes, dass der Goldriese trotz der jüngsten Rückschläge an seinem Produktionsziel von 5,3 Mill. Unzen für das Gesamtjahr 2004 festhält. Darin ist der Beitrag des neu erworbenen ghanaischen Unternehmens Ashanti enthalten, der die jährliche Förderung beider Konzerne auf mehr als 7 Mill. Unzen schraubt.

Alle Goldfirmen am Kap leiden derzeit unter dem starken Rand, weil sie ihre Erlöse in US-Dollar erhalten, aber ihre Lohn- und Explorationskosten in Rand begleichen müssen. Im vergangenen Jahr haben sich die Kosten der südafrikanischen Goldschürfer pro Unze von 112 $ auf 291 $ erhöht und sind doppelt so stark wie im internationalen Vergleich gestiegen. Einige Experten schätzen, dass derzeit über ein Drittel der Goldminen am Kap nicht rentabel produziert.

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