Fast alle Branchen überzeugen – Probleme in der Automobilindustrie überlagern jedoch die guten Ergebnisse
Rekordgewinne lassen Anleger kalt

Nokia und SAP haben der Börse mit ihren glänzenden Quartalszahlen und guten Ausblicken eine Steilvorlage geliefert. Die Kurse legten zumindest mal einen Tag lang zu. Doch ansonsten vermögen die Ergebnisse zum ersten Quartal die Finanzmärkte bislang nicht zu inspirieren. Im Gegenteil.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Seitdem der weltgrößte Aluminiumhersteller Alcoa am 7. April die Berichtssaison in den USA eröffnete, gaben der europäische Stoxx- 50-Index 2,4 Prozent und der amerikanische Dow 3,6 Prozent nach. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor sogar 3,8 Prozent.

Bis zum vergangenen Freitag präsentierten nach Angaben des Finanzdatenanbieters Thomson Financial bereits 211 der 500 US-Firmen im Aktienindex Standard & Poor’s-500 ihre Ergebnisse. Besonders positiv überraschten die amerikanischen Bankhäuser. Finanzdienstleister wie Citigroup, Bank of America und JP Morgan Chase erzielen fast ein Drittel der Gewinne aller 500 Firmen im S & P-Index. „Damit ist die US-Finanzbranche gemessen am Gewinn mindestens dreimal so groß wie jeder andere Sektor“, sagt Thomson-Analyst Gint Rimas.

Das stärkste Gewinnwachstum in den USA dürfte indes im Bereich Basismaterialien (Chemie, Bergbau und Metalle) verzeichnet werden. Hier erwarten Analysten ein Plus von 52 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2004. An zweiter Stelle liegen Energiekonzerne mit einem geschätzten Gewinnzuwachs von 43 Prozent. Verhaltener sieht es im Technologie- und im Pharmasektor aus. Hier wirkten sich Preisrückgänge (Sun), schwache Geschäfte in Europa (IBM) und Verkaufsstopps für Arzneimittel (Pfizer) negativ aus.

Zyklische Konsumgüter – dazu zählen Autohersteller, Einzelhändler, Restaurantketten, Hotels und Medienfirmen – schneiden mit einem erwarteten Ertragsrückgang um sieben Prozent am schlechtesten ab. Dahinter stecken vor allem der Milliardenverlust des weltgrößten Autobauers General Motors und der Gewinnrückgang von Ford.

Ebenso wie in den USA weist der Gesamttrend in Europa nach oben. Nach den Rekordgewinnen 2004 dürften die 50 größten börsennotierten Firmen nach Prognosen des französischen Datenanbieters JCF im Gesamtjahr noch einmal um 7,5 Prozent zulegen. Seit Beginn des ersten Quartals erhöhten sich die Schätzungen um gut zwei Prozent. Rohstoff- und Chemiefirmen sind die größten Wachstumstreiber. „Negativ fallen die Automobilhersteller auf. Für das Schwergewicht Daimler-Chrysler wurden seit Jahresbeginn die Schätzungen um 20 Prozent nach unten korrigiert“, sagt Carsten Klude von M.M. Warburg.

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