Finanzinvestoren
Kommentar: „Heuschrecken“ zu Gast beim Dax

Wer in den vergangenen Monaten die Private-Equity-Branche beobachtet hat, dem war das Wort „Rekord“ ein ständiger Begleiter. Nie zuvor haben die Beteiligungsfonds so viel Kapital eingesammelt wie in diesem und im vergangenen Jahr. Auch die Höhe der Deals sind Schwindel erregend.

Mit dem Übernahmeangebot von 33 Milliarden Dollar für den US-Klinikbetreiber HCA setzt jetzt ein Konsortium aus Bain, Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) sowie Merrill Lynch Global Private Equity erneut einen Markstein.

Fast alle Investmentbanker und Finanzinvestoren wetten darauf, dass auch die Übernahme eines Kandidaten aus dem Dax in den kommenden zwölf bis 18 Monaten über die Bühne gehen wird. Die Chancen stehen recht gut, denn allein in diesem Jahr werden mit Blackstone, KKR, der Texas Pacific Group (TPG), Apollo und Permira gleich eine Hand voll Fonds auf Einkaufstour gehen, die über Eigenkapital in zweistelliger Milliardenhöhe verfügen. Zusammen mit billigen Krediten sind sie für jede Überraschung gut, man erinnere sich nur an den Blackstone-Coup bei der Deutschen Telekom.

Wenn es dann so weit ist und eine oder mehrere „Heuschrecken“ beim Dax einfallen, wird auch das Wehklagen über den Ausverkauf der Deutschland AG wieder lauter. So werden sich alle Akteure, die beim Thema Private Equity versagt haben, wieder aus der Affäre ziehen wollen.

Doch die Wahrheit ist eine andere. Die Politik hat sich über Jahrzehnte für den Aufstieg der Finanzinvestoren kaum interessiert, den Aufbau deutscher Megafonds verhinderte unser Renten- und Steuersystem sowie die Rechtsunsicherheit. Und die deutschen Großbanken sind aus Angst vor Bewertungsverlusten ausgestiegen. Was bleibt, ist die Zuschauerrolle auf einem Markt, der von Erfolg zu Erfolg eilt.

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