Finanzmärkte bleiben nervös
Börsen drohen weitere Turbulenzen

Die Anleger müssen sich in den kommenden Monaten auf eine Achterbahnfahrt an den Finanzmärkten einstellen. Noch gehören Pessimisten wie Dresdner Kleinwort, die vor einem Ende der Rally an den Weltbörsen warnen, zur Minderheit. Doch Experten glauben, dass die Steigerungen der Unternehmensgewinne ihren Höhepunkte überschritten haben.

FRANKFURT. Nachdem der Dow-Jones-Index in New York am Freitag noch einmal 120 Punkte verloren hat, rechnen viele Händler heute mit einem schwachen Börsenstart. Die US-Börse hat den stärksten Wochenverlust seit vier Jahren hinter sich und ihren gesamten Zugewinn des laufenden Jahres wieder verloren. „Die lang erwartete Korrektur an den Aktienmärkten steht bevor“, schreibt Albert Edwards, Stratege bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort in London. Der als Pessimist bekannte Analyst sagt einen Kursverlust von mindestens zehn Prozent innerhalb kürzester Zeit voraus.

Das belastet auch den Deutschen Aktienindex (Dax). Der Markt werde in den nächsten Tagen stark an den Nachrichten zur US-Konjunktur hängen und weiter sehr anfällig für weitere kurzfristige Verluste sein, befürchtet Tammo Greetfeld von der Hypo-Vereinsbank. „Die gegenwärtige Korrektur betrachten wir nicht als Einstiegsgelegenheit, sondern als ernst zu nehmendes Wetterleuchten“, warnt auch Markus Reinwand von der Helaba.

Börse aktuell: Aktienmarkt in Japan ist mit deutlichen Verlusten in die Woche gestartet. Nikkei-Index gab bis Montagnachmittag um weitere 2,81 Prozent auf 16 733 Punkte nach. Vor allem Exportwerte drehten angesichts eines Höhenflugs des Yens ins Minus.

Auslöser für die jüngsten Turbulenzen war die Börse Schanghai, die in der vergangenen Woche mehr als acht Prozent eingebrochen war. Die Analysten sind sich einig, dass die volatilen chinesischen Handelsplätze künftig öfter Kapriolen schlagen werden, da den Anlegern nun die Möglichkeit von Kursstürzen bewusst ist. „Der Kursanstieg an den Märkten war zuvor sehr steil, obwohl es reichlich Dinge gegeben hätte, um die man sich Sorgen hätte machen müssen“, sagt Fondsmanager Masayuki Kubota von Daiwa Investment in Tokio. „Der Anstieg an Chinas Börsen ähnelte etwas den blasenartigen Spekulationen mit Technik-Aktien um das Jahr 2000“, schreibt Aktienstratege Philip Orlando von der US-Anlagegesellschaft Federated.

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