Finanzmärkte
Die Angst vor dem Crash

Der September ist der schlechteste Börsenmonat überhaupt. Auch dieses Jahr dürfte es hoch hergehen an den Märkten, sagen Experten. Man befinde sich in einer ganz heißen Phase. Worauf Anleger sich einstellen sollten.
  • 10

DüsseldorfBörsianer sind für Außenstehende ein komisches Volk. Sie geben sich gegenseitig Tiernamen und nennen sich Bulle oder Bär, sie tragen in ihre Kalender Termine wie den "dreifachen Hexensabbatt" ein und sie werfen sich wunderlich blumige Ratschläge an den Kopf wie „Sell in May and go away“. Doch so kryptisch dieser Soziolekt mitunter für Nicht-Insider sein mag – wenn er erst einmal entschlüsselt ist, ergibt er manchmal sogar einen Sinn.

Bei den Begriffen Bulle (steht für steigende Kurse und damit den Optimisten an der Börse) und Bär (für fallende Kurse und den Pessimisten) mag man da noch geteilter Meinung sein. Für ihre Herkunft gibt es unterschiedliche Erklärungen. Eine lautet, dass der Bulle deshalb für steigende Kurse stehe, weil er mit seinen Hörnern nach oben stieße und damit eine Bewegung von unten nach oben mache. Der Bär hingegen haue mit seiner Pranke von oben nach unten und vollführe damit dieselbe Kurve wie ein fallender Aktienkurs. Ob diese Herleitungen wirklich einleuchten, sei einmal dahingestellt.

Der Ausdruck Hexensabbat für den Verfallstag von Optionen ist da schon eher nachvollziehbar – da es an einem solchen Tag am Aktienmarkt hoch hergehen kann, mag sich der eine oder andere Börsianer tatsächlich in einer Art Teufelstanz wähnen.

Im Vergleich dazu ist der Hintergrund vieler Sprichwörter bei genauerem Hinsehen sogar noch einfacher zu verstehen, bei manchen kann er sogar als Anlagestrategie dienen. Die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ – verkaufe im Mai und gehe – etwa rät dem Anleger, sich rechtzeitig zum Wonnemonat aus dem Markt zurückzuziehen, sprich seine Aktien zu verkaufen. Und das kann richtig sinnvoll sein.

Die Taktik, sich im Mai von seinen Papieren zu trennen, hat einen statistischen Hintergrund. Empiriker haben anhand über Jahrzehnte gesammelter Daten festgestellt, dass die Börsen bestimmte saisonale Muster aufweisen: In manchen Monaten steigen Aktien im Durchschnitt besonders stark, in manchen fallen sie überwiegend. Daraus lassen sich ein gutes und ein schlechtes Börsenhalbjahr ableiten. So weisen die sechs Monate ab Mai eher unterdurchschnittliche Wertentwicklungen auf, die Monate zwischen November und April hingegen sind für Anleger wesentlich lukrativer. Und daher der Tipp „Sell in May“.

Kommentare zu " Finanzmärkte: Die Angst vor dem Crash"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hoffentlich ist ihr K.o. bei 7700 - Rigan

  • Es wird keinen September geben, weil auch sonst alles anders ist. Regeln ADE! Es geht zuerst Mal auf 7250.

    www.rigan.de

  • Wer jetzt noch Angst vor dem Crash hat, muss die letzten Monate geträumt haben.

    Selbst Hobbyanleger haben sich, soweit möglich, schon längst auf den Crash und vor allem auf die Zeit danach vorbereitet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%