Finanzmärkte Die Angst vor dem Crash

Der September ist der schlechteste Börsenmonat überhaupt. Auch dieses Jahr dürfte es hoch hergehen an den Märkten, sagen Experten. Man befinde sich in einer ganz heißen Phase. Worauf Anleger sich einstellen sollten.
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Kursmakler an der Börse Frankfurt. Was bringt der September? Quelle: dpa

Kursmakler an der Börse Frankfurt. Was bringt der September?

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DüsseldorfBörsianer sind für Außenstehende ein komisches Volk. Sie geben sich gegenseitig Tiernamen und nennen sich Bulle oder Bär, sie tragen in ihre Kalender Termine wie den "dreifachen Hexensabbatt" ein und sie werfen sich wunderlich blumige Ratschläge an den Kopf wie „Sell in May and go away“. Doch so kryptisch dieser Soziolekt mitunter für Nicht-Insider sein mag – wenn er erst einmal entschlüsselt ist, ergibt er manchmal sogar einen Sinn.

Bei den Begriffen Bulle (steht für steigende Kurse und damit den Optimisten an der Börse) und Bär (für fallende Kurse und den Pessimisten) mag man da noch geteilter Meinung sein. Für ihre Herkunft gibt es unterschiedliche Erklärungen. Eine lautet, dass der Bulle deshalb für steigende Kurse stehe, weil er mit seinen Hörnern nach oben stieße und damit eine Bewegung von unten nach oben mache. Der Bär hingegen haue mit seiner Pranke von oben nach unten und vollführe damit dieselbe Kurve wie ein fallender Aktienkurs. Ob diese Herleitungen wirklich einleuchten, sei einmal dahingestellt.

Der Ausdruck Hexensabbat für den Verfallstag von Optionen ist da schon eher nachvollziehbar – da es an einem solchen Tag am Aktienmarkt hoch hergehen kann, mag sich der eine oder andere Börsianer tatsächlich in einer Art Teufelstanz wähnen.

Im Vergleich dazu ist der Hintergrund vieler Sprichwörter bei genauerem Hinsehen sogar noch einfacher zu verstehen, bei manchen kann er sogar als Anlagestrategie dienen. Die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ – verkaufe im Mai und gehe – etwa rät dem Anleger, sich rechtzeitig zum Wonnemonat aus dem Markt zurückzuziehen, sprich seine Aktien zu verkaufen. Und das kann richtig sinnvoll sein.

Die Taktik, sich im Mai von seinen Papieren zu trennen, hat einen statistischen Hintergrund. Empiriker haben anhand über Jahrzehnte gesammelter Daten festgestellt, dass die Börsen bestimmte saisonale Muster aufweisen: In manchen Monaten steigen Aktien im Durchschnitt besonders stark, in manchen fallen sie überwiegend. Daraus lassen sich ein gutes und ein schlechtes Börsenhalbjahr ableiten. So weisen die sechs Monate ab Mai eher unterdurchschnittliche Wertentwicklungen auf, die Monate zwischen November und April hingegen sind für Anleger wesentlich lukrativer. Und daher der Tipp „Sell in May“.

Ausnahmen bestätigen die Regel
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10 Kommentare zu "Finanzmärkte: Die Angst vor dem Crash"

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  • Hoffentlich ist ihr K.o. bei 7700 - Rigan

  • Es wird keinen September geben, weil auch sonst alles anders ist. Regeln ADE! Es geht zuerst Mal auf 7250.

    www.rigan.de

  • Wer jetzt noch Angst vor dem Crash hat, muss die letzten Monate geträumt haben.

    Selbst Hobbyanleger haben sich, soweit möglich, schon längst auf den Crash und vor allem auf die Zeit danach vorbereitet.

  • Der Ochse kommt aus der Landwirtschaft zum Pflügen der Felder, also etwas zusäen, um Ertrag zu schaffen. Weil Ochse zu doof klingt wurde der Bulle draus.

    Der Bär bedient sich in der Natur nur an dem was da ist und leistet keinen Beitrag zur Schaffung des Neuen.

    So einfach ist das! Den ganzen anderen Blödsinn kann man streichen.

  • Börsenregeln machen nur da Sinn, wo es überhaupt einen freien Markt gibt. Seit spätestens 2009 leben wir aber in einem Staatskapitalismus, so dass man sich alte Börsenregeln getrost abschminken kann!

  • Bla Bla Bla. Liebe Handelsblattredaktion schafft diese unsägliche Kommentarfunktion ab und kümmert euch wieder um fundierten Wirtschaftsjournalismus. Börsenklatsch kann man woanders lesen

  • Bla Bla bla, liebe Handelsblattredaktion, schafft diese unsägliche Kommentarfunktion ab und kümmert euch um den fundierten Journalismus. Börsenklatsch kann man woanders lesen

  • Die Berichterstattung beim Handelsblatt nimmt auch stark ab. Der Artikel könnte genausogut heißen: "Remeber to come back in September"...jeder schreibt, was er will und wie es gerade passt. Das ist fern jeglicher wissenschaftlich fundierten Ergebnisse und noch viel ferner der tatsächlichen zukünftigen Entwicklung. Schade.

  • Sollte im September ein großer "Terroranschlag" geschehen, dann wird die Lüge und Manipulation wieder groß sein....
    Paralympics ? Wem wird es in die Schuhe geschoben ??

  • danke liebes Handelsblatt

    ich habe meine longs soweit aufgelöst und bin eigentlich nur short.

    Bitte lasst den crash kommen.

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