Finanzmärkte
Peking verstärkt Aufsicht

China will seine Börsen- und Bankenaufsicht verbessern, um die eigenen Finanzmärkte gegen drohende Krisen zu schützen. Die Finanzaufsicht sei noch keineswegs ausreichend, räumte der Chef der chinesischen Börsenaufsicht, Shang Fulin, am Wochenende auf dem Weltwirtschaftsforum in Dalian ein. Experten bemängeln vor allem das unzureichende Risikomanagement.

PEKING. Der Aufbau einer starken Aufsicht halte mit der Entwicklung der Märkte nicht mehr Schritt. „Wir müssen den gesetzlichen Rahmen im Interesse der Investoren stärken“, fügte er hinzu. Der Aufsichtschef kündigte an, China werde seine entsprechenden Gesetze schon bald verschärfen, um den weiteren Zufluss von spekulativen Geldern zu stoppen.

Chinas Festlandbörsen in Schanghai und Shenzhen erleben seit zwei Jahren einen Boom. Die gemeinsame Marktkapitalisierung der beiden noch kleinen Finanzplätze ist inzwischen auf 3,2 Billionen Dollar gestiegen und hat damit den Wert der internationalen Börse in Hongkong überrundet.

Trotz zahlreicher Reformschritte sind Chinas Finanzmärkte jedoch noch immer relativ undurchsichtig. Rund 20 Prozent aller Firmenkredite in der Volksrepublik werden nach Schätzungen von Experten an den Festlandbörsen spekulativ angelegt. Zudem belasten faule Kredite in Milliardenhöhe den Bankensektor.

Nach Ansicht des Finanzexperten Yi Xianrong von der Akademie der Sozialwissenschaften in Peking werden in China Milliarden an Krediten ohne jede Bonitätsprüfung vergeben. Die Praxis in der Volksrepublik sei viel fahrlässiger als in den USA, warnte der Experte vor einer chinesischen Kreditkrise.

Citibank-Chef William Rhodes forderte darum auf dem Forum in Dalian eine bessere Kontrolle bei der Geldvergabe in China. Durch die US–Hypothekenkrise „hat sich der Blick auf die Risiken auf jeden Fall verändert“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Der Rat des mächtigen US-Bankers an die Chinesen: „Stellt sicher, dass ein gutes Risikomanagement aufgebaut wird.“

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