Finanzwerte verlieren an Gewicht
Neue Verhältnisse im Dax

Die seit anderthalb Jahren anhaltende Finanzkrise hat das Gefüge im Deutschen Aktienindex (Dax) massiv durcheinander gebracht. Das hat erhebliche Konsequenzen - sowohl für die Dax-Unternehmen selbst als auch für die Investoren, die sich an dem deutschen Leitindex orientieren.

FRANKFURT. Fondshäuser suchen wegen der derzeit extrem hohen Tagesschwankungen die Sicherheit der ganz großen Standardwerte. Für die Dax-Titel selbst gilt nicht mehr nur die reine Mitgliedschaft, sondern ein besonders hohes Gewicht im Index als Gradmesser für den Erfolg.

"Fonds, die einen Index wie den Dax abbilden, müssen im Moment so häufig nachbessern wie nie zuvor", sagt Lars Hamich vom Vermögensverwalter und Fondsanbieter Van Eck, der auf so genannte Exchange Traded Funds (ETFs) spezialisiert ist. Das liegt daran, dass sich die Verhältnisse im Dax zuletzt massiv verschoben haben. "Mauerblümchen" von einst wie Linde oder Fresenius Medical Care (FMC) haben sich nach vorne gearbeitet, weil sich ihre Aktienkurse in der Krise als weitgehend resistent erwiesen haben. Dagegen haben speziell Finanztitel massiv an Wert und damit an Einfluss auf den Dax verloren. Hatten alle Finanztitel zusammen vor der Krise ein Dax-Gewicht von rund einem Viertel, so ist deren Einfluss zuletzt auf rund 18 Prozent gesunken.

Und die Tendenz zeigt weiter nach unten: Bei der nächsten Dax-Überprüfung am 4. März wird neben dem als sicher geltenden Abstiegskandidaten Infineon nun wohl auch die Postbank ihren Platz räumen müssen. Dafür rücken mit großer Wahrscheinlichkeit Fresenius und Gea aus den derzeit so angesagten Branchen Pharma und Industrie nach. Nachdem im September und Dezember zusammen bereits dreimal getauscht wurde, kommen nun zwei weitere Wechsel im Dax hinzu.

Investoren suchen in diesen turbulenten Zeiten weiterhin die Sicherheit der "Blue Chips" und interessieren sich daher besonders für die Marktschwergewichte im Dax - auch wenn sie das nicht offen zugeben. "Anleger, die jetzt in Einzeltitel einsteigen möchten, sollten sich entsprechend auf Gesellschaften konzentrieren, die konservativ finanziert sind und deren Geschäftsmodelle auch in Abschwungphasen stabile, wenn auch geringe, Cash-Flows generieren", heißt es von Seiten der DZ Bank.

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