Firmengewinne
Der Deutsche Aktienindex läuft allen davon

Wenn der Deutsche Aktienindex (Dax) in diesem Jahr stärker als die anderen großen Indizes in Europa und den USA zulegt, ist das nicht nur auf die große Spekulationsfreude mit deutschen Titeln zurückzuführen. Die haussierende Frankfurter Börse profitiert vielmehr auch von boomenden Firmengewinnen.

som DÜSSELDORF. Seit Anfang 2003 legte der Dax um 165 Prozent zu. Im selben Zeitraum stiegen die Firmengewinne der 30 Dax-Unternehmen um 173 Prozent. Dabei liegt dem laufenden Jahr die Prognose zu Grunde, dass die Konzerne ihre Nettogewinne um durchschnittlich zwölf Prozent steigern werden. Angenommen, der Dax träte von nun an bis Jahresende auf der Stelle, hätte sich die Bewertung der Unternehmen geringfügig verringert. Der Grund: Die Kurse stiegen im Fünfjahres-Zeitraum etwas weniger als die Gewinne.

Anders ausgedrückt: Anfang 2003, als der Dax unter 3 000 Punkten notierte, bezahlten Investoren die Anteilsscheine der Dax-Unternehmen mit dem 13fachen des für 2003 erwarteten Jahresgewinns. In den drei Folgejahren wurden Aktien sogar noch etwas preiswerter, weil die Unternehmensgewinne stärker als die Kurse stiegen. Aufwärts ging es mit der Bewertung, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), erst wieder ab 2007. Denn seit Jahresbeginn legte der Dax bereits um 20 Prozent zu. So stark dürften das Gewinnplus der Firmen in diesem Jahr nicht ausfallen. Zurzeit bezahlen Investoren die Anteilsscheine mit dem 13,5fachen Jahresgewinn. „Eine höhere Aktienbewertung ist im fünften Jahr der Hausse durchaus nicht ungewöhnlich“, sagt Aktienstratege Kai Franke, Leiter für Anlagepolitik im Privatkundengeschäft der BHF-Bank.

Abschließend ein Rechenexempel: Angenommen, die Unternehmen wären, gemessen an ihrem Nettogewinn, genauso bewertet wie im Jahr 2000, dann würde der Dax heute bei 16 000 Punkten notieren. Damals war das KGV bis auf knapp 30 gestiegen. Heute verdienen die Unternehmen doppelt so viel wie vor sieben Jahren.

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