Florian Homm
„Das wäre das Todesurteil für meinen Sohn“

Der Finanzjongleur liegt schwer erkrankt im Gefängnis-Hospital. Trotzdem soll Florian Homm in die USA ausgeliefert werden. Seine Mutter geht mit einem bewegenden Appell an die Öffentlichkeit.
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Mailand„Sie alle wissen, dass eine Auslieferung in die USA in seinem jetzigen Zustand sein Todesurteil bedeutet. Gott möge Ihnen verzeihen, ich kann es nicht!“ Mit diesen dramatischen Worten wendet sich Maria-Barbara Homm an „das Hohe Gericht in Rom, an die Leitung des Gefängniskrankenhauses, an die Herrn Doktoren 1 und 2 und an den deutschen Botschafter in Rom“. Per Hand hat die 81-jährige Frau, die nach eigenen Aussagen selbst schwer krebskrank ist, den Brief geschrieben, um ihrem 54-jährigen Sohn zu helfen.

Der jahrelang flüchtige Homm war im März bei einem Besuch in den Uffizien in Florenz von der italienischen Polizei festgenommen worden. Gemeinsam mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn betrachtete er die Statue der „Kauernden Venus“, als ihn die Beamten baten, mitzukommen. Seitdem sitzt der mehr als zwei Meter große Deutsche in Pisa ein, wo er wegen seiner Krankheit Multiple Sklerose (MS) bereits in das Gefängniskrankenhaus verlegt wurde.

Schon bald soll er in die USA ausgeliefert werden. Erst in der vergangenen Woche hat das Oberste italienische Berufungsgericht einem entsprechenden Ersuchen der Amerikaner stattgegeben.

Homms Mutter will das verhindern und erhebt auch schwere Vorwürfe gegen die Haftbedingungen: „Sie alle wussten, dass er wegen falscher Ernährung von Woche zu Woche stärker abmagerte, bis er nicht mehr laufen konnte. Darauf hat man ihm wochenlang eine Gehstütze verweigert“ schreibt sie in ihrem Appell. „Am unglaublichsten ist, dass man ihm in den letzten 3 Monaten seine amerikanischen Medikamente vorenthalten hat, was durch Zufall aufgedeckt wurde.“

Homm muss im Gefängnis-Krankenhaus sein Zimmer teilen, „mit drei Schwerkranken (HIV, Hepatitis, AIDS)“, beschreibt Marie-Barabara-Homm die Zustände, „obwohl große Hitzewelle und alles voller Mücken war“.

Tatsächlich dürften die Haftbedingungen generell in Italien nicht die angenehmsten sein. Das Land ist bereits vom Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verurteilt worden, weil es zu viele Menschen in zu wenige Zellen pfercht. Es überrascht daher nicht, dass Homm auch im Gefängniskrankenhaus nicht auf ein Einzelzimmer pochen kann. Einzelzimmer sind auch in normalen italienischen Krankenhäusern die absolute Ausnahme.

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„Mitglied des Abschaums unserer Gesellschaft“

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  • Millionäre halten eben fest zusammen, unabhängig von kleineren Unterschieden in der Weltanschauung. Dass Frau Wagenknecht sich für "Abschaum" einsetzt, ist nicht neu.

  • Per Hand hat die 81-jährige Frau, die schwer krebskrank ist, den Brief geschrieben, um ihrem 54-jährigen Sohn zu helfen.
    --
    Was dieser gierige Soziopath seiner alten Mutter angetan
    hat,wird dieser kaum ermessen können.
    Auf ihre alten Tage,lebt sie seit seinem Untertauchen
    in Angst um ihn..Gerade in einer Zeit,wo sie ihn am
    meisten brauchte...ob sie mal in Ruhe sterben kann,
    ist zu bezweifeln..
    Als Sohn,würde ich mich in Grund und Boden schämen.


  • 200 Millionen - wie viele Existenzen hat er damit vernichtet? Wie viel Verzweiflung verursacht und Lebenschancen zertrümmert. Jetzt einen auf reuigen Sünder zu machen, ist verständlich; die Justiz in Deutschland geilt das auf, wenn sich der Sünder unterwirft. Trotzdem - Knast so lange wie möglich, um die Menschen von solchen Wölfen zu bewahren - und vielleicht denkt einer der vielen Bankster an dieses Schicksal. Und wenn ihm dann der Alptraum kommt - gut so. Dann ist der Knast in Italien und den USA genau das was man braucht.

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