Flossbach von Storch
Verkauf oder nicht Verkauf?

Meldung, Dementi, Gegendarstellung: Nach einem Bericht des Manager Magazins, der Vermögensverwalter Flossbach von Storch sondiere den Verkauf, überschlagen sich die Reaktionen. Was wirklich stimmt, ist schwer zu sagen.
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DüsseldorfSteht der Vermögensverwalter Flossbach von Storch bald zum Verkauf – oder doch nicht? Seit einigen Tagen spekuliert man in der Öffentlichkeit über diese Frage. Die Berichterstattung des Manager Magazins hatte einige Verwirrung hervorgerufen.

Vorab zum neuen Heft hatte das Magazin bereits am Donnerstag online berichtet, die Vermögensverwalter Bert Flossbach und Kurt von Storch sondierten den Verkauf ihres Unternehmens. „Erste Gespräche mit Interessenten gebe es bereits“, hieß es im Text.

Genau das hat der Vermögensverwalter aber anschließend gegenüber dem Handelsblatt (Freitagsausgabe) dementiert. „Wir planen keinen Verkauf, sprechen auch mit niemandem darüber“, zitiert das Handelsblatt Vorstand Bert Flossbach.

Also was nun? Im Printtext des Magazins vom Freitag heißt es abweichend zur Online-Version: ‚Flossbach und von Storch sind ab jetzt gesprächsbereit‘. Den Zusatz, Ziel der Gespräche sei es dann, ‚zu eruieren, ob und unter welchen Bedingungen eine Kapitalpartnerschaft Sinn machen könnte‘ findet sich wiederum nur Online. Auf Nachfrage von Handelsblatt Online heißt es, nur die direkten Zitate seien gegenüber dem Manager Magazin autorisiert worden.

Die Worte ‚gesprächsbereit‘ und ‚Kapitalbeteiligung‘ sind demnach offiziell nie gefallen. Was Bert Flossbach aber tatsächlich gesagt hat, war, „dass wir weiter unternehmerisch incentiviert sind und dass unsere Kunden und Mitarbeiter von einer etwaigen Partnerschaft profitieren.“ Meint er unternehmerisch incentiviert im Sinne von „unternehmerisch beteiligt“? Das Wort „incentiviert“ taucht im Duden so nicht auf. Und Partnerschaft kann vieles heißen.

Alle Hinweise, direkten wie indirekten Aussagen könnte man nun zusammengenommen dahingehend interpretieren, dass Flossbach in der Zukunft mit Investoren Gespräche zum Thema Kapitalbeteiligung führen wollen könnte. Dies möchte die Vermögensverwaltung gegenüber Handelsblatt Online jedoch weder bestätigen noch dementieren.

Könnte es eine Mehrheitsbeteiligung sein, etwa wie die der Allianz am US-Anleihespezialisten Pimco? Das Beispiel wird im Manager Magazin zitiert. Doch fehlt Flossbachs direktes Zitat dazu. Das Manager Magazin versteht indessen die Welt nicht mehr und kritisiert einen – aus seiner Sicht – in seinen Aussagen inkonsistenten Bert Flossbach. Wie es wirklich war und wie es wirklich ist – die Spekulationen dürften weitergehen.

Flossbach von Storch ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und Spezialist für Mischfonds. Derzeit halten die beiden Unternehmensgründer Bert Flossbach und Kurt von Storch 42 Prozent der Anteile am Unternehmen, die restlichen Anteile sind hauptsächlich im Besitz weiterer Führungskräfte.  

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

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