Fondsmanager: Kursverlust übertrieben
WCM-Aktie stürzt ab

Die Banken der WCM-Tochter Sirius haben Kredite in Höhe von knapp 600 Millionen Euro fällig gestellt. Ein Aktienhändler begründete den Verfall der WCM-Aktie mit der Sorge des Marktes, dass nun andere Banken nachziehen und WCM „in arge Bedrängnis bringen“ könnten. Der Fondsmanager Stefan Leibold vom Bankhaus Ellwanger & Geiger nannte den Kursverlust aber übertrieben.

HB FRANKFURT. Am Vorabend hatten die Gläubigerbanken der Sirius Beteiligungsgesellschaft die Kredite fällig gestellt, mit denen die WCM-Tochter die Übernahme von 49,9 Prozent der Anteile an der IVG Immobilien AG finanziert hatte. Dabei soll es sich nach früheren Presseberichten um 600 Millionen Euro handeln. Bis zum Nachmittag fiel die WCM-Aktie um 11,83 Prozent auf 1,49 Euro und war damit schwächster MDax-Wert. Zuvor war der Kurs sogar von 1,69 auf 1,36 Euro gefallen.

Die Banken wollen laut WCM die ihnen verpfändeten IVG-Aktien der Sirius versteigern. Die direkt bei WCM liegenden IVG-Aktien - etwa 2,4 Prozent - seien davon nicht betroffen. „Die WCM, die für einen eventuellen Ausfall im Rahmen einer Versteigerung mithaftet, soll vorerst aus dieser Mithaftung nicht in Anspruch genommen werden“, hieß es. Nach Darstellung der WCM liegt der Nettoinventarwert der IVG bei 13 Euro je Aktie. Die Kreditforderungen der Banken entsprächen etwas mehr als 10 Euro. WCM suche nach Wegen, die IVG Immobilien AG weiter im Einflussbereich der WCM zu belassen.

Ein Aktienhändler begründete den Verfall der WCM-Aktie mit der Sorge des Marktes, dass nun andere Banken nachziehen und WCM „in arge Bedrängnis bringen“ könnten. Der Fondsmanager Stefan Leibold vom Bankhaus Ellwanger & Geiger nannte den Kursverlust aber übertrieben. Die Wahrscheinlichkeit, die Schulden der Sirius vollständig über die Versteigerung zu tilgen, sei sehr hoch. Der WCM-Konzern habe „kein Liquiditätsproblem, wenn die Sirius-Problematik gelöst“ sei.

Die WCM hatte 1999 von der niederländischen Finanzholding Rebon einen 42-Prozent-Anteil an Sirius erworben. Zudem hatte WCM den Kredit verbürgt, mit dem Sirius sich bei der IVG eingekauft hatte. Nun will Rebon allerdings eine Option auf Rückkauf des 42-prozentigen Sirius-Anteils ausüben. Die WCM hatte darauf vor rund zwei Wochen entgegnet, es sei noch nicht klar, ob die Bedingungen zur Ausübung der Option erfüllt seien. Die WCM hielt zuletzt 87 Prozent an Sirius.

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