Fondsverwalter
Schnäppchenjagd wird immer schwieriger

Fondsmanager suchen nach Aktien, die bei der jüngsten Rally durch den Rost gefallen sind. Gerade in Spanien, Frankreich und Deutschland sind Kurs-Gewinn-Verhältnisse im Durchschnitt weiterhin relativ niedrig, wenn die aktuellen Gewinnprognosen als Basis dienen.
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NEW YORK. Für Fondsverwalter wird die Suche nach lohnenden Schnäppchen an den Aktienmärkten immer schwieriger. Zu den nach wie vor günstigen Titeln zählen Versicherer aus Kanada, Eigenheimerbauer in Spanien und - unter den großen europäischen Standardwerten - die Titel von Vivendi.

"Es kommt darauf an, die Aktien zu finden, die in der Rally durch den Rost gefallen sind", sagt Fondsmanager Scott Black von Delphi Management in Boston. So haben die Aktien des kanadischen Versicherers Manulife Financial seit Jahresbeginn ungeachtet der erwarteten Gewinnverdoppelung um 3,5 Prozent nachgegeben. In Spanien bewegen sich die Titel des Straßenbauspezialisten Obrascon Huarte Lain (OHL) um 28 Prozent unterhalb des zehnjährigen Durchschnittsgewinns, und selbst die Aktie von Vivendi wird im Vergleich zu anderen multinationalen Konzernen mit einem Abschlag von 37 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren gehandelt.

Gerade in Spanien, Frankreich und Deutschland sind Kurs-Gewinn-Verhältnisse im Durchschnitt weiterhin relativ niedrig - zumindest, wenn die aktuellen Gewinnprognosen für das kommende Jahr als Basis dienen, sagen Experten. Die Werte der Marktbarometer Dax, Ibex und CAC werden derzeit bei weniger als dem Zwölffachen der Gewinne gehandelt. Bei den Aktien im weltweiten Index MSCI World ergibt sich ein Verhältnis von 13,8, in Japan von 19,4, in Hongkong von 15 und in den USA von 14.

"Ein Großteil der zurückliegenden Erholung ist auf die wieder gewachsene Risikoneigung an den Märkten zurückzuführen", sagt Chefinvestor Erik Granade von der Fondsgesellschaft Invesco Global Strategies. Es könne von einer Normalisierung an den Märkten gesprochen werden. Granade selbst hat zuletzt Aktien von Sanofi-Aventis ins Portfolio übernommen - ein Titel, der seit Jahresbeginn unterdurchschnittliche 13 Prozent zugelegt hat und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,1 gehandelt wird. Der Konzern stellt auch den Schweinegrippe-Impfstoff her.

Warnende Stimmen bleiben aber nicht aus. "Die Gewinnprognosen sind im historischen Vergleich ziemlich ambitioniert angesetzt", sagt Fondsmanagerin Jane Davies von HSBC Global Asset Management in London. Es könne da rasch Enttäuschungen geben. Der selbstständige Fondsmanager Jacques Chahine meint dagegen: "Man kann derzeit auf einer deutlich rationaleren Basis zukaufen als noch im März". Auch noch später zuzugreifen, könne sich lohnen.

Quelle: Bloomberg

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