Forderungskatalog an P&G
Wella-Minderheitsaktionäre geben nicht auf

Die Minderheitsaktionäre der Wella AG haben die Vorstände von Wella und der neuen Muttergesellschaft Procter & Gamble zur Fortführung des Haarpflegekonzerns als eigenständiges Unternehmen aufgefordert.

vwd DARMSTADT. Die britische Close Brothers, die nach eigener Darstellung eine Gruppe von Wella-Vorzugsaktionären vertritt, veröffentlichte am Mittwoch ihren Forderungskatalog an die beiden Konzernspitzen. Vor einer Woche waren Vorzugsaktionäre vor dem Oberlandesgericht Frankfurt mit einer Beschwerde gegen das Übernahmeangebot von P&G gescheitert.

Rund 30 Prozent der Vorzugsaktionäre hatten die Andienung ihrer Titel verweigert, weil sie den gebotenen Preis im Vergleich zum Gebot für die Stammaktien als zu gering ansahen.

Close Brothers beruft sich bei ihren jetzt aufgemachten Forderungen darauf, dass sich nach Abschluss der Übernahmeofferte rund 20,8 Prozent des Aktienkapitals von Wella nicht im Besitz des US-Konsumgüterkonzerns befindet.

Gefordert wird eine öffentliche Zusicherung, dass Wella künftig wie bisher geführt werde. Wella müsse etwa weiterhin als selbständiges Unternehmen unter deutschem Recht operieren.

Das Wella-Management müsse die Unternehmensführung zudem auf die Strategie des Shareholder-Value ausrichten. Des Weiteren fordern Close Brothers im Namen der Minderheitsaktionäre, dass die Vorzugsaktien von Wella weiterhin an der Frankfurter Börse notiert sind. Beide Unternehmen müssten alles dafür tun, dass die Wella-Vorzugsaktien im MDax verbleibe. Die Dividendenpolitik des deutschen Unternehmens solle unverändert fortgeführt werde. Auch komme den Minderheitsaktionären einer der sechs Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseignerseite zu.

P&G hatte den Vorzugsatkionären 65 Euro je Anteilsschein geboten und damit weniger als den Inhabern von Stammaktien, die mit 92,25 Euro je Titel rechnen können.

Eine Beschwerde der Vorzugsaktionäre gegen die unterschiedliche Behandlung bei der BaFin im Verlauf der Andienungsfrist war von der Finanzaufsicht abgelehnt worden. Auch vor Gericht hatten die Kritiker anschließend keine Unterstützung gegen den ihrer Meinung nach zu geringen Preis bekommen.

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