Fusion von Royal Dutch und Shell fördert Indexrotation
Renault rückt in den Euro Stoxx 50 auf

Die Fusion von Royal Dutch und Shell wirbelt die europäische Indexlandschaft gehörig durcheinander. Der Grund: Durch den Zusammenschluss werden in diversen Indizes Plätze frei. Außerdem verändert sich das Gewicht des fusionierten Unternehmens innerhalb der Indizes.

scc FRANKFURT/M.Interessant ist diese Konstellation speziell für die Anbieter passiv gemanagter Fonds und Zertifikate, die einen Index in seiner Gesamtheit nachbilden.

Da die fusionierte Royal Dutch/Shell nun als britisches Unternehmen gilt, muss die niederländische Royal Dutch am kommenden Mittwoch ihren Platz im für die Euro-Zone maßgeblichen Euro Stoxx 50 räumen. Für sie rückt Renault nach, gab Indexbetreiber Stoxx am Freitag bekannt. Der französische Autobauer lieferte sich ein Kopf-an-Kopf- Rennen mit der ebenfalls französischen Schneider Electric und hatte am Ende nur knapp auf Grund der höheren Marktkapitalisierung die Nase vorn.

In den gesamteuropäischen Index Stoxx 50 rückt am Mittwoch France Télécom nach und übernimmt den frei werdenden Platz. Bisher waren dort Royal Dutch und Shell als Einzelwerte vertreten. Im Stoxx 50 dürfte das fusionierte Unternehmen künftig nur noch ein Gewicht von 4,3 Prozent haben, nach 7,2 Prozent vorher, hat John Carson von Dresdner Kleinwort Wasserstein errechnet.

Deutlich an Gewicht gewinnen wird die Aktie hingegen im britischen Auswahlindex FTSE-100. „Von 3,4 Prozent wird ihr Anteil dort auf etwa acht Prozent steigen“, sagt Jeremy Smith von der Fondsgesellschaft Schroders. Damit wäre die Aktie zweitstärkster Wert im FTSE-100. Gemeinsam mit dem Konkurrenten BP kämen die beiden Ölwerte auf einen Indexanteil von rund 20 Prozent, so John Carson. Die Konsequenz: Passiv gemanagte Fonds auf den Stoxx 50 müssten deutlich Anteile verkaufen. Fondsmanager, die auf den FTSE-100 abzielen, kräftig zukaufen.

Bei der Frage, ob es in der kommenden Woche einen Shell-Effekt an der Börse geben wird, bemühen Fondsmanager die Vergangenheit. Als vor fünf Jahren Mannesmann von Vodafone übernommen wurde, hat sich das Gewicht der Vodafone-Aktie damals im FTSE-100 mit der Übernahme von 8,82 Prozent auf etwa 15 Prozent erhöht. In den drei Monaten vor der Indexneugewichtung stieg die Vodafone-Aktie um 13,4 Prozent. Im anschließenden Quartal ist sie fast genau um diesen Prozentsatz wieder eingebrochen. „Ähnlich wie beim Vodafone-Beispiel sollten Anleger bei Royal Dutch/Shell auf die Fundamentaldaten blicken und sich nicht von kurzfristigen Panikkäufen leiten lassen“, sagt Jeremy Smith.

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