Geld in Gefahr: Anleger fürchten Inflation – doch die kommt (noch) nicht

Geld in Gefahr
Anleger fürchten Inflation – doch die kommt (noch) nicht

Schuldenkrise, schwacher Euro, zügellose Geldpolitik. Anleger fürchten, dass all das direkt in die Inflation führt. Doch so einfach ist es nicht. Wer sein Vermögen jetzt aus Angst vor der Geldentwertung umschichtet, könnte damit genau das Falsche tun.
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FRANKFURT. Es ist die große Angst aller Sparer: die Inflation. Dass sie kommt, scheint abgemacht. Diskutiert wird meist nur über die Frage, wann es losgeht und wie man sein Geld in Sicherheit bringt. Experten empfehlen den Kauf von Immobilien und Gold. Ein guter Rat?

Die Lage ist ernst, keine Frage. Die Schulden der europäischen Staaten wachsen, der Euro fällt. Rettungspakete werden geschnürt. Und die Europäische Zentralbank wirft die Notenpresse an, kauft Anleihen überschuldeter Staaten. Aus Sicht vieler Kritiker führt dieser Weg direkt in die Inflation. Je mehr Geld die Zentralbank in Umlauf bringt, befürchten sie, desto mehr verliert es an Wert.

"Diese staatlichen Marktmanipulationen haben zwar einen kurzfristigen positiven Effekt, führen dauerhaft aber zu einem massiven Anstieg der Inflationsrate", sagt Claus Vogt, Chefanalyst der Quirin Bank. Inflation werde in den nächsten acht Jahren die Hälfte des deutschen Sparvermögens vernichten. Eine etwas höhere Inflation käme den Regierungen vermutlich entgegen. Damit verlöre nicht nur das Geld an Wert, auch die roten Zahlen sähen weniger bedrohlich aus. Die Schulden einfach weginflationieren, das könnte manchem Finanzpolitiker so passen. Der Haken daran ist nur: So einfach lässt sich eine hohe Inflation gar nicht herbeizaubern.

"Es wird häufig vergessen, dass nicht das Drucken von Geld Inflation verursacht, sondern das Ausgeben. Solange die Verbraucher vorsichtig bleiben und lieber sparen als ausgeben, sollte Inflation kein Thema sein", sagt Ad van Tiggelen, Senior Investment Spezialist bei ING Investment Management. Damit ist es alles andere als sicher, ob die geldpolitischen Exzesse unmittelbar zu höherer Inflation führen. Oder ob Sparmaßnahmen zum Abbau der Verschuldung in die Deflation führen.

Zwar sind die deutschen Verbraucherpreise im Mai etwas gestiegen. Dennoch liegt die Teuerungsrate immer noch bei moderaten 1,2 Prozent und damit deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. In naher Zukunft sehen Ökonomen keine akute Inflationsgefahr.

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Kommentare zu "Anleger fürchten Inflation – doch die kommt (noch) nicht"

Alle Kommentare
  • wann begreifen es endlich alle,es kann und wird kewine inflation geben,dazu fahlen alle vorausetzungen.was schleichend wie der beginn einer lawine bereits im gange ist-ist das schlimmste was man sich vorstellen kann-die deflation!!das geld verliert schneller seinen wert als es gedruckt werden kann-die preise sinken unter die einstandswerte,firmenpleiten en mass und hunger ist bereits jetzt schon in nahezu unbeherrschbaren dimensionen.ein eiterer winziger anlass und die lawine deflation zerstoert jedes sinnvolle menschliche leben auf diesem planeten-dies ist die bittere aber absolute wahrheit.der euro heisst auf chinesisch-bankrott

  • Danke Argus für Deinen Kommentar! besser kann man es nicht sagen!

  • Wird die inflationsrate steigen, ist damit noch nicht zwingend verbunden, dass auch die Löhne steigen. Lohnsteigerungen sind zunächst durch Produktivitätszuwächse in den Unternehmen finanzierbar und nicht durch höhere importpreise.Steigen die Preise ohne Lohnzuwachs sinkt das Realeinkommen und damit der finanzielle Spielraum eines jeden Haushalts. bei Größenordnungen von 50% inflation innerhalb weniger Jahr, ohne signifikante Lohnzuwächse, müsse die Armutsgrenze neu definiert werden.

  • Eigentlich sollte es doch möglich sein, sich für alle mögliche Zeiträume sowohl gegen inflation als auch Deflation abzusichern, oder?
    Letzteres ist doch mit dem Erwerb von Treasury inflation Protected Securities ohne Weiteres möglich; die zahlen am Laufzeitende den Nennwert mindestens zu pari aus.
    Und ohne nennenswerten Kapitaleinsatz kann man doch in einen Receiver inflation Swap oder noch besser eine Receiver inflation Swaption eintreten. Da sind die fixed Legs aber für längere Laufzeiten wegen der inflationserwartung möglicherweise recht hoch so dass man zur Zeit eher drauflegt...

  • "Der Niederländer van Tiggelen geht sogar so weit, Parallelen zwischen Japanern und Deutschen zu ziehen. „Generell neigen beide Völker stärker als andere dazu, ihre Lebensumstände und ihre Zukunft selbst bestimmen zu wollen, auch in finanzieller Hinsicht."

    Danke für dieses ungeheure Zitat! Wir neigen also dazu, über unsere Zukunft selbst entscheiden zu wollen?! Ja, was für eine egoistische Frechheit und ungeheure Anmaßung! Früher nannte man so etwas mal liberale bürgerrechte und Emazipation von einem überbordenden Staat und seinem Einfluss auf das individuum.

    Was für eine furchtbare Denkweise offenbart sich in diesem Zitat? Sollen wir es wirklich der Politik oder den EU-beamten überlassen, wie wir im Alter zu leben haben? Sicher nicht! Auf eine Sozialdiktatur mit noch weiter gesteigerten Zwangsabgaben, die dann wenig effizient zentral verwaltet werden, kann ich gerne verzichten. Nach dem Gesundheits-Fond auch noch ein Alten-Fond und ein einheitlicher Pflege-Fond? Den die Regierenden dann nach belieben zusammenstreichen können? So ein blühender Unsinn ...

  • Die offizielle inflationsrate liegt bei 1,2 Prozent!
    Dieses ist die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel.
    Letzteres ist aber entscheident! Energie und Lebensmittel haben eine inflationsrate von über 5 Prozent! Rat an die Hausfrau: Kauf jede Woche drei Fernseher, aber kein Obst und Gemüse!
    Fakt ist: Der Sozialtransfer von Norden nach Süden wird immer weiter ausgeweitet (z.b. Kauf der Junkbonds durch die EZb), während 40 Prozent der bevölkerung mit prekären Einkommen immer stärker belastet werden. Es ist nur noch eine Umverteilung von den sozial Schwachen auf Wohlhabende und Spekulanten.

  • @Jonas: Wenn alle "bankster" ihr "Spielgeld" abheben, sprich Gewinne vollständig und nahezu gleichzeitig realisieren, werden die börsen und damit auch der Wert des "Spielgeldes" dramatisch sinken. Somit kommt es doch in diesem Fall schlussendlich wieder zur Kapitalvernichtung; buchgewinne werden zusammenschrumpfen bzw. vernichtet....

  • Falsche Analyse.

    Erstens werden bei uns die Preise schon steigen, und zwar um gut 25%, (und tun es bereits) weil der Euro so stark gefallen ist und importe, nicht zuletzt aus China, damit deutlich teurer werden.

    Zweitens werden die Preise steigen, und zwar deutlich, bis 1000%, wenn investmentbanker und andere Anleger aus ihren Finanzspielchen ausscheiden und in "Wahre Werte" investieren, z.b. Häuser und Grundstücke kaufen, denn 90% des umlaufenden Geldes steckt nicht in der Realwirtschaft sondern in der Spekulationsblase.

    Und bankstern ist es so was von egal, ob sie 2000 oder 4000 EUR pro m2 zahlen, für die ist Geld eh Spielgeld und das hat man in Massen und musste es nicht erst verdienen und erarbeiten.

    Die bevölkerung sollte sich also warm anziehen.

    Die Politik müsstem, wenn sie im interesse des Volkes arbeitet, also dafür sorgen, daß aktuelles SPielgeld aus dem Spekulationsbereich NiCHT in die Realwirtschaft fliessen kann, und sie sollte entspannt mit dem derzeit gesunkenen Euro umgehen, das ist kurzfristig, aber langfristig muß sie die Verschuldung der Haushalte DEUTLiCH zurückfahren, auch und vor allem durch Verkauf von Werten, denn die belastung auf dem Euro ist mitnichten geringer als die des Dollars, beide Verschuldungsgrade sind gigantisch.

    Deflation kann 2 Gründe haben: Das platzen einer blase, da ist es unschädlich, ja sogar notwendig, daß Produkte billiger werden, und zwar um den betrag, den sie vorher teurer wurden. Oder eben Mangel an Kaufkraft, das ist fatal, weil damit ein Mangel an Produktion einhergeht und durch noch weniger Arbeitskräfte noch weniger Kaufkraft eine Endlosspirale einleitet.

    Um den Mangel an Kaufkraft zu besetigen ist es aber politisch NiCHT sinnvoll, die Geldmenge zu erhöhen, das verwenden bankster sofort für weitere Spekulaitonsspielchen, sondern gestetzlich die Lage der wirkliche Werte schaffenden gegenüber den Glücksspielern zu verbessern, z.b. durch Spekulationssteuer oder Mindestlöhne.

    Am besten aner: SPERRT ALLE SPEKULANTEN EiN!

  • Guten Tag,....Thomas. Es gibt ein drittes Uebel was zu inflation fuehrt. + Angenommen ein Land lebt vom Tourismus, bekommt jede Menge Devisen herein.Guten Wetter sichere politische Lage, Hotels und bau gehen gut. Jedoch wird wirklich kein industrieller Gegenwert geschaffen. Nichts wird produziert. Ob sie es glauben oder nicht. Das Land geht Pleite und versinkt in inflation. Weil nichts geschaffen wird.. + So komisch es klingt aber es stimmt. besten Dank

  • @Thomas
    Denk nochmal nach.....

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