Geldanlage

Anleger verpassen an der Börse viele Chancen

Private Anleger in Deutschland setzen Chancen, die sie an den Märkten erkennen, nicht bei der Geldanlage um. Zugleich sind viele aber unzufrieden mit der Rendite ihres Depots. Das liegt am starken Fokus auf Anlagen mit geringen Risiken und damit niedrigen Renditechancen. Welche Zukäufe für Anleger in Frage kommen.
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Mit dem Ertrag des eigenen Depots ist rund ein Drittel der Anleger nicht zufrieden.

Mit dem Ertrag des eigenen Depots ist rund ein Drittel der Anleger nicht zufrieden.

FRANKFURT. Private Anleger in Deutschland setzen Chancen, die sie an den Märkten erkennen, nicht bei der Geldanlage um. Zugleich sind viele aber unzufrieden mit der Rendite ihres Depots. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Marktforschungsgesellschaft TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Bank unter 1 019 Depotbesitzern, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Diskrepanz zwischen Marktoptimismus und der Unzufriedenheit mit der Entwicklung des eigenen Depots hält der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, Ulrich Stephan, für "erstaunlich". Viele Anleger stellten fest, dass sie Kurssteigerungen verpasst hätten. So ergibt die im Oktober durchgeführte Umfrage, dass fast 80 Prozent der Befragten in Deutschland eine positive Entwicklung der Aktienmärkte erwarten. Damit sind sie deutlich optimistischer als im März, als dies gut zwei Drittel äußerten.

88 Prozent der Anleger rechnen 2011 mit einem unveränderten oder besseren Börsenjahr als in diesem Jahr, untermauert durch das deutsche Wirtschaftswachstum. Mit dem Ertrag des eigenen Depots ist aber ein gutes Drittel der Anleger nicht zufrieden. Das liegt nach Einschätzung Stephans am starken Fokus auf Anlagen mit geringen Risiken und damit niedrigen Renditechancen. Als besonders enttäuschend sahen die Anleger kurzfristige Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld an, aber auch Aktien und Fonds. So war ein Fünftel unzufrieden mit den niedrigen Zinsen beim Kontensparen, 17 Prozent hadern mit den Aktien in ihrem Depot, elf Prozent mit ihren Fonds. Dennoch behielten zwei Drittel der Befragten diese Produkte im Depot.

Gefragt nach möglichen Zukäufen, interessierten sich die Anleger für kurzfristige Anlagen sowie Immobilien und Rohstoffe. Der Umfrage zufolge wollen aber drei Viertel der Depotbesitzer nichts an ihrem Anlageverhalten ändern. Unter dem restlichen Viertel planen die meisten, weniger oder gar kein Risiko mehr einzugehen.

Eine große Mehrheit von knapp 90 Prozent hält professionelle Beratung für "wichtig bis außerordentlich wichtig". Dabei klaffen eine kritischen Wahrnehmung der Bankberatung im allgemeinen und die Ansicht, dass der eigenen Berater gute Arbeit leiste, auseinander. So bewertet mehr als drei Viertel der Befragten die Leistung ihres Anlageberaters als mindestens gut. Wichtig ist ihnen dabei vor allem, dass der Berater auch bei schlechter Depotentwicklung offen und ehrlich ist. Stephan zufolge sollten Kunden bei ihrem Bankberater ein passendes Risikoprofil erarbeiten, um die Renditechancen zu erhöhen. Allerdings sollten die Anleger im Zuge der Aktienmarkterholung auch nicht wieder zu gierig werden.

Die Diskrepanz zwischen Markteinschätzung und Anlagestrategie zeigt sich auch in anderen Umfragen. Nach einer Umfrage von Union Investment rechnet rund die Hälfte der Anleger in Deutschland in den kommenden sechs Monaten mit steigenden Aktienkursen. Zugleich gaben rund 40 Prozent an, bei Geldanlagen mehr Wert auf Sicherheit zu legen als vor einem Jahr.

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6 Kommentare zu "Geldanlage: Anleger verpassen an der Börse viele Chancen"

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  • Das Wort "börse" ist doch inzwischen zu einem Synonym für "Kasino" mutiert. Wir bürger haben gelernt! Sind wir doch von Verbrechern und betrügern in banken und Politik engmaschig umzingelt.
    Von mir gibt es kein Spielgeld mehr !

  • ich lege in keinen fond mehr an. ALLE !! haben nichts gebracht, da Gebühren alles aufgefressen haben.

    ich lege nur noch bei Texxol an. das ist investition in Öl-bohrtürme. 25% gehen weg und der Rest verdoppelt sich in 10 Jahren.
    Unterm Strich kommt erheblich mehr raus als bei "bankprodukten"

  • noch eine Anmerkung.

    Skuril bei der Sache ist ja, daß man selbst als Genosse oder Aktionär einer bank irgendwie davon profitiert und sich aber selbst verarschen lässt.
    Eine bank eignet sich heute nur noch dazu um ein Konto zu führen. Gedanleger müssen sich selbst informieren da es keine beratung zum Vorteil der Kunden gibt.

  • Hier die Aussage eines bankers der sich in den innendienst versetzen gelassen hat:
    "Da wirst du krank und schläfst Nachts nicht mehr wenn du den Kunden Produkte aufschwatzen musst von denen du genau weißt dass diese ungeeignet sind und der Kunde das auch gar nicht richtig will. ich werde jedoch daran gemessen und bewertet wieviel ich von dem Scheiß an den Mann bringe."
    (banker einer Genossenschaftlichen bank)

    - zum Thema beratung

  • Wie T.P. schon geschrieben hat, verfolgen die banken eigene interessen. Somit verbietet sich schon die beratung durch eine bank. Es sind seitens der bank die Produkte in vorgegebenen Größenordnungen zu verkaufen. Alles andere zählt nicht.
    Daraus ergibt sich aber für den Kleinanleger, der seine Geldanlagen selbst übers internet managt neben der Notwendigkeit von viel Zeit ein weiteres Problem: Auch die bewertung von Unternehmen durch banken und institute ist in unter dem oben genannten Gesichtspunkt kritisch zu sehen.

    Vielmehr sollte man sich auf das eigene bauchgefühl oder vielmehr auf eigene beobachtungen der Mechanismen in der Wirtschaft und an an der börse verlassen. Die Empfehlung von Unternehmen/branchen durch bestimmte institute kann durchaus ein Kontraindikator sein.
    Wenn man sich im vergangenen Jahr etwas auf eigene Überlegungen verlassen hat, sein Geld OS und Zertifikate gut und kurzfristig investiert hat so sollten 100% doch kein Hexenwerk gewesen sein. Die Zeiten, in denen man Aktien oder gar Fonds kaufte und liegen ließ sind endgültig vorbei. Und dies nicht nur wegen der exorbitant gestiegenen Fondsgebühren. Schon durch durch die Abgeltungssteuer, die unabhängig von der Anlagedauer - wenn auch nur noch zu 25% erhoben wird, verbietet es sich langfristig zu investieren.

    Aber Vorsicht! Solche Artikel wie dieser, die suggerieren, dass man Geld anlegen muss, weil man sonst zu spät ist, sind ein Warnsignal und mahnen zur Vorsicht.

  • Die Autoren verwenden hier die begriffe "bankberater" und "bankberatung". Es ist fragwürdig, ob eine solche "beratung" durch eine "bank" zielführend bzw. auch nur ansatzweise optimal sein kann. Eine bank vertritt grundsätzlich eigene Gewinn-interessen, die in den meisten Fällen nicht identisch sind mit den interessen des Anlegers. Zum anderen sind bank-Mitarbeiter häufig nur ausreichend geschult, um investmententscheidungen treffen zu können.

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