Geldmarkt
Notenbanken halten den Geldmarkt am Leben

Der Geldmarkt funktioniert nicht, aber die Notenbanken verhindern mit hohem Einsatz das Schlimmste. So hat die amerikanische Federal Reserve entscheidend dazu beigetragen, dass auf den Märkten wieder mehr Vertrauen herrscht. Doch die Lage bleibt angespannt.

FRANKFURT. Mit entschlossenen Maßnahmen zur Entspannung des Geldmarkts in den USA hat die Notenbank Federal Reserve entscheidend zur Stabilisierung der Finanzmärkte beigetragen. "Die Märkte haben etwas gebraucht, um die Fed-Maßnahmen zu verstehen", sagte Mohamed El-Erian, Chef des Vermögensverwalters Pimco. Aber nun schlügen sie sich positiv nieder. Seit seinem Tief am 27. Oktober ist der weltweite Aktienindex MSCI World um zwanzig Prozent gestiegen, nachdem es zuvor der Notenbank gelungen ist, die Sätze am Geldmarkt drastisch zu drücken.

Nach dem Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers war es am Geldmarkt, wo sich Banken gegenseitig mit kurzfristiger Liquidität versorgen, zu extremen Engpässen gekommen. Der Zins für Dollar-Liquidität mit dreimonatiger Laufzeit (Dreimonats-Dollar-Libor) schoss auf fast fünf Prozent nach oben.

Die Federal Reserve senkte daraufhin in zwei Schritten den Leitzins auf ein Prozent und stellte eine weitere Absenkung in Aussicht. Außerdem versorgte sie Zentralbanken in der ganzen Welt über sogenannte Währungsswaps mit Dollar-Liquidität, so dass die hohe Dollar-Nachfrage aus dem Ausland nicht mehr so stark in den USA die Sätze hoch trieb. Und sie begann in großem Maßstab mit dem Aufkauf von Commercial Paper, kurzlaufenden Anleihen von Banken und Unternehmen, und trug damit entscheidend zur Belebung dieses Marktes bei.

Bei der Beurteilung der Lage am Geldmarkt gibt es zwei gegensätzliche Meinungen. Der leitende Geldhändler einer führenden internationalen Bank bezeichnete die vom Markt gefeierte Entspannung als "mehr Stimmung als Substanz", und auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, spricht von einer sehr langsamen und schwachen Erholung. Lediglich bei den ganz kurzfristigen Ausleihungen ist es den Notenbanken gelungen, die Sätze sehr nahe oder gar unter den Leitzinsen zu halten.

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