Geringe Hürden sollen Mittelständler anlocken
Börse München startet neues Handelssegment

Die Börse München führt ein neues Marktsegment mit dem Namen „M:access“ ein. „Das Angebot ist speziell auf kleinere und mittlere Unternehmen ausgerichtet, der bürokratische Aufwand für die Unternehmen so klein wie möglich gehalten“, sagte Börsenchef Andreas Schmidt.

mwb München. Die Zugangshürden sind vergleichsweise niedrig. Voraussetzung sind ein Grundkapital von zwei Mill. Euro. Ein Jahresabschluss als AG nach HGB reicht aus. Vor allem müssen die Unternehmen nicht, wie im neuen Gesetz vorgeschrieben, aufwendige Insiderlisten aufstellen. Schmidt betonte, dass sich das neue Segment aber qualitativ vom nicht limitierten Freiverkehr abhebe. Die Börse will künftig für die Unternehmen in dem neuen Segment Analystenkonferenzen organisieren. Die Banken hätten Interesse an gebündelten Veranstaltungen signalisiert. Schmidt kündigte an, dass zum Start am 1. Juli Firmen aus dem Prädikatsmarkt und dem Freiverkehr dabei sein werden.

Die Börse München sieht sich unter den deutschen Börsenplätzen als Nummer drei. Der Gesamtumsatz lag 2004 bei 16 Mrd. Euro. Bei Aktien lag der Umsatz um 56 Prozent über dem Vorjahreswert. Schmidt leitet daraus den Erfolg des seit zwei Jahren laufenden elektronischen Handelssystems „Max One“ ab.

Spätestens im nächsten Jahr hofft der Börsenchef, dass auch wieder kleinere Unternehmen den Gang an den Kapitalmarkt schaffen. „Bis dahin könnte endlich der Schock des Neuen Marktes überwunden sein“, sagte Schmidt. Dieser wurde vor zwei Jahren nach vielen Skandalen beendet. Die Bayern wollen anderen Börsen zuvorkommen, die ebenfalls an Segmenten für kleine Börsengänge basteln. Bei der Vierländerbörse Euronext und der Deutschen Börse in Frankfurt scheint es Interesse zu geben.

Die Börse London hat mit ihrem AIM (Alternative Investment Market) erstaunliche Erfolge erzielt. Schmidt ist das ein Dorn im Auge. „Für deutsche Anleger ist das keine Alternative“, betont der Börsenchef. Er hat den AIM von Professor Schiereck von der European Business School untersuchen lassen. „Von einem überwachten Markt kann bei AIM keine Rede sein“, sagt Schiereck. Von 1 000 Emissionen seien lediglich 60 tatsächliche Erstnotierungen. Der Rest entfalle auf bloßes Listing oder auf Segmentwechsel, mit denen Firmen in den Genuss der Steuervorteile am AIM kommen wollten.

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