Gespräche mit der BA
Spekulationen treiben Swiss-Aktien

Bei Swiss geht das Spekulieren weiter und treibt den Aktienkurs hoch. Medienberichte, British Airways wolle die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft an Bord des Luftfahrtbündnisses Oneworld holen, sorgten am Montag für einen Anstieg der sehr illiquiden Swiss-Titel von 13 % auf 11,70 Franken.

Reuters ZÜRICH. Die „SonntagsZeitung“ hatte unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise berichtet, Swiss-Chef Andre Dose habe bei Gesprächen mit BA in der vergangenen Woche eine mündliche Einladung zum Beitritt zur Allianz erhalten und eine schriftliche Offerte solle Anfang dieser Woche folgen. Sprecherinnen von Swiss und BA bestätigten Gespräche zwischen den beiden Unternehmen, wollten aber keine Details nennen.

„Ich kann Gespräche mit British Airways und anderen grossen Fluggesellschaften bestätigen“, so eine Swiss-Sprecherin. Eine BA-Sprecherin sagte: „Ihr (das der Swiss) Interesse an einem Beitritt zur oneworld-Allianz ist gut dokumentiert und wir haben uns letzte Woche getroffen, um dieses Interesse zu besprechen.“

Die Zürcher Tageszeitung „Tages-Anzeiger“ schrieb am Montag unter Berufung auf eine BA-Sprecherin dann, dass sich zwischen Swiss und BA grundsätzlich nichts geändert habe. Das britische Unternehmen hat bisher signalisiert, dass eine Aufnahme von Swiss in das Luftfahrtbündnis keine Priorität hat. Eine Mitgliedschaft in der von BA geführten oneworld ist seit dem Entstehen der Swiss aus der zusammengebrochenen Swissair und der Regionalfluggesellschaft Crossair im vergangenen Jahr eines der Kernziele der Firma.

Bei Swiss wird seit Wochen auch über einen Einstieg der deutschen Lufthansa spekuliert. Lufthansa führt das Luftfahrtbündnis Star Alliance an.

Eine Swiss-Sprecherin hatte am Samstag gesagt, dass das Thema Nachlassstundung mit der Schweizer Regierung vor Monaten erörtert wurde, Gläubigerschutz derzeit für die Firma aber keine Option sei. „Wir haben dieses Szenario vor einigen Monaten geprüft ... auch mit der Schweizer Regierung. Es wäre nicht logisch, dieses Szenario nun auf den Tisch zu legen“, sagte sie in Reaktion auf einen Bericht im „Tages-Anzeiger“.

Auch in einer Mitteilung im Anschluss einer Verwaltungsratssitzung hiess es am Montag, das Aufsichtsgremium evaluiere gegenwärtig verschiedene Szenarian, aber „das von einzelnen Medien gestreute Gerücht über eine mögliche Nachlassstundung gehört nicht zu diesen Szenarien“.

Der „Tages-Anzeiger“ hatte am Samstag den Präsidenten der nationalrätlichen Verkehrskommission, Peter Vollmer, mit den Worten zitiert, die Swiss habe beim Bund bereits sondiert, wie er sich zu einer Nachlassstundung stellen würde und was für Konsequenzen das habe.

Swiss versucht derzeit auf dem Markt einen Betriebsmittelkredit über rund 500 Mill. Franken aufzutreiben, um das Fluggeschäft und eine tiefgreifende Redimensionierung zu finanzieren. Die nach Ansicht von Experten bereits zu gross gestartete Gesellschaft leidet unter der Flaute im Fluggeschäft und kündigte im Juni eine drastische Verkleinerung um rund ein Drittel bei Personal, Flotte und Streckennetz an.

Der Verwaltungsrat habe mit Genugtuung vom guten Verlauf der Umsetzung der Massnahmen Kenntnis genommen, so die Swiss am Montag weiter. Nun sei der detaillierte Businessplan ausgearbeitet und diskutiert. Der Verwaltungsrat habe auf Basis dieses Plans verschiedene Szenarien abgeleitet, die nun in den kommenden Wochen evaluiert würden.

Swiss schloss das erste Quartal 2003 mit einem Verlust von 200 Mill. Franken ab. Von den liquiden Mitteln verbrauchte das Unternehmen in den drei Monaten 343 Mill. Franken oder rund ein Viertel. 2002 wies die Gesellschaft bei einem Umsatz von knapp 4,3 Mrd. Franken einen Verlust von 980 Mill. Franken aus.

Swiss will ab 2004 einen positiven operativen Cash Flow erzielen und 2005 in die Gewinnzone zurückkehren. Die Gesellschaft peilt im kommenden Jahr einen Umsatz von 3,2 Mrd. Franken an. 2005 solle der Umsatz dann auf 3,3 Mrd. Franken steigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%