Gewinnwarnung und Chefwechsel
Kurssturz: Biopetrol-Aktie bricht um 42 Prozent ein

Die geplante Besteuerung von Biodiesel hat dem Bio-Kraftstoffhersteller Biopetrol bei seinen Gewinnzielen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anleger quittierten die Gewinnwarnung und den angekündigten Rücktritt von Vorstandschef Christoph Dicks mit massiven Verkäufen. Die Aktie brach am Donnerstag um 42 Prozent auf zehn Euro ein.

HB FRANKFURT. Die Diskussion der Regierungsparteien über die Besteuerung von Biodiesel wirke sich bei den Biodiesel-Verträgen für das zweite Halbjahr bereits negativ auf die Margen aus, teilte das Unternehmen mit Sitz in Zug in der Schweiz am Mittwochabend mit. Biopetrol könne daher nicht an seinen Geschäftszielen für dieses Jahr festhalten. Eine neue Prognose legte das Unternehmen nicht vor. „Das Ergebnis für das Jahr 2007 wird entscheidend von der Ausgestaltung der Beimischungspflicht abhängen“, hieß es in der Mitteilung.

Das in Zug in der Schweiz ansässige und an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen für 2006 einen Umsatz von 150 Millionen Euro geplant nach 87,1 Millionen im vergangenen Jahr. Der operative Gewinn (Ebit) sollte in diesem Jahr auf etwa zwölf (Vorjahr: 5,8) Millionen Euro und der Nettogewinn auf acht (3,2) Millionen Euro zulegen.

Im Sog des Kurssturzes der Biopetrol-Aktie rutschten auch die Titel von EOP Biodiesel um bis zu 16,5 Prozent auf 12,55 Euro ab. EOP bekräftigte aber postwendend die Umsatz- und Ertragsziele. Die seit November börsennotierte Biopetrol-Aktie hat zu ihrem Rekordhoch von 31,70 Euro vom April inzwischen 70 Prozent eingebüßt, liegt aber noch über dem Emissionspreis von 8,20 Euro. In den ersten beiden Handelsstunden am Donnerstag wechselten fast acht Mal so viele Biopetrol-Aktien den Besitzer wie an einem Durchschnittstag.

Vorstandschef Dicks wird Biopetrol Ende Juni verlassen - auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen, hieß es in der Mitteilung. Chief Operating Officer (COO) Klaus-Ulrich Henschel werde seine Aufgaben übernehmen. Zudem werde das Management ab August durch Rudolf Albert verstärkt, der als Finanzvorstand einen Teil von Dicks Aufgaben übernehme. Albert kommt von Vinci Energies, einer Tochterfirma des französischen Baukonzerns Vinci.

Trotz der Gewinnwarnung und dem Führungswechsel halte das Unternehmen an seinen Investitionsplänen fest. Die geplante Biodiesel-Anlage in Rostock mit einer Kapazität von 200.000 Tonnen Biodiesel im Jahr werde im November in Betrieb gehen. Die geplanten Anlagen in Rotterdam mit einer Kapazität von 400.000 Tonnen Biodiesel und 90.000 Tonnen Pharmaglyzerin im Jahr sollen im August 2007 an den Start gehen.

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