GMAC verkauft
Kerkorian gibt weitere GM-Aktien ab

Der US-Milliardär Kirk Kerkorian zieht sich weiter aus dem angeschlagenen US-Autokonzern General Motors zurück. Seine Beteiligungsgesellschaft Tracinda hält nun noch 4,95 Prozent an dem Konzern, wie aus einer Börsenmitteilung vom Donnerstag hervorgeht.



HB DETROIT. Kerkorian verkauft die GM-Aktien der Mitteilung zufolge zum Preis von je 28,75 Dollar. Das Geschäft wird zum 1. Dezember fällig. Erst in der vergangenen Woche hatte der Milliardär seine Beteiligung auf 7,4 Prozent reduziert und damit die Aktien des Konzerns auf Talfahrt geschickt. Am Donnerstag notierten die Papiere zeitweise um mehr als drei Prozent im Minus, holten jedoch einen Teil der Verluste im Handelsverlauf wieder auf.

Kerkorian hatte zuletzt seine früheren Pläne für ein stärkeres Engagement bei dem angeschlagenen Autokonzern aufgegeben. Schon diesen Schritt hatten Experten als Belastung für die Sanierungsbemühungen des weltgrößten Autoherstellers gesehen. Investoren sahen demnach in Kerkorians Beteiligungsgesellschaft eine treibende Kraft für den Umbau von GM.

Der amerikanische Milliardär hat laut neuesten Presseberichten vom Freitag sogar seinen Anteil an dem angeschlagenen US-Autobauer General Motors komplett verkauft. Kerkorian, der knapp zehn Prozent an dem weltgrößten Autokonzern gehalten hat, habe seinen Anteil an die Bank of America abgestoßen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise auf seiner Internet-Seite. Das Geschäft habe ein Volumen von über 800 Mill. Dollar (604 Mill. Euro). Die GM-Aktie legte am Freitag im frühen Handel an der New Yorker Börse um zwölf US-Cent zu. Kerkorian hatte das GM-Management immer wieder wegen aus seiner Sicht zu langsamen Sanierungsfortschritten scharf kritisiert.

Der Konzern schloss unterdessen den Verkauf des Kontrollanteils von 51 Prozent an der Finanztochter an ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaft Cerberus ab. In den nächsten drei Jahren fließen GM nach eigenen Angaben durch den GMAC-Verkauf 14 Mrd. Dollar zu. Der erfolgreiche Abschluss des Geschäfts sei ein wichtiger Schritt im Umbau des Konzerns, sagte GM-Chef Rick Wagoner. GM hatte den Verkauf bereits vor einigen Monaten angekündigt. Das Geschäft bringt dem Unternehmen einen dringend benötigten Geldzufluss. Der Autokonzern fährt derzeit einen strikten Sanierungskurs. So sollen zwölf Fabriken geschlossen und mehr als 30 000 Stellen abgebaut werden.

US-Autokonzerne wie GM oder Ford haben mit Schwierigkeiten im Heimatmarkt USA zu kämpfen. Angesichts der hohen Benzinpreise jagen japanische Anbieter den US-Herstellern mit kleinen, sparsamen Autos Marktanteile ab. In Europa laufen die Geschäfte von GM dagegen besser.

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