Gross-Rücktritt
Pimco-Kunden ziehen Milliarden ab

Nach dem überraschenden Abgang des „Bond-Königs“ Bill Gross ziehen auch die Kunden der Anlagegesellschaft Pimco ihre Konsequenzen. Der Mutterkonzern Allianz war nach eigenen Angaben auf den Rücktritt vorbereitet.
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FrankfurtDie Allianz setzt sich gegen Vorwürfe zur Wehr, nicht ausreichend bei der amerikanischen Anleihe-Tochter Pimco durchzugreifen. „In unserer Rolle als Muttergesellschaft stehen wir natürlich im engen Kontakt mit Pimco und wissen, was in Kalifornien vor sich geht“, sagte Allianz-Vorstand Jay Ralph in einem Interview mit dem Handelsblatt. Als Eigentümerin führe sie eng.

„In das operative Geschäft, also das Investment von Kundengeldern, dürfen wir allerdings nicht eingreifen – das ist Aufgabe des Managements“, betonte der für das globale Asset Management zuständige Allianz-Manager. „Wir sind selbst Pimco-Kunde, es gäbe einen Interessenkonflikt, wenn wir uns in das Tagesgeschäft einmischten.“

Laut US-Zeitung „Wall Street Journal“ haben die Kunden von Pimco nach dem Weggang von „Bond-König Bill Gross am vergangenen Freitag etwa zehn Milliarden Dollar abgezogen. Experten hatten nach dem überraschenden Abgang erwartet, dass die Anleger nun weiteres Geld abziehen würden. Seit Mai 2013 sind bereits 70 Milliarden Dollar aus dem von ihn geleiteten Total Return Fund abgeflossen. Der weltgrößte Anleihenfonds hatte einst ein Volumen von knapp 293 Milliarden Dollar.

Insidern zufolge versuchte Gross mit dem Rücktritt seinem Rauswurf zuvorzukommen. Bereits an diesem Montag beginnt der 70-Jährige bei der im Vergleich zu Pimco kleinen Firma Janus Capital. Die Allianz-Aktie stürzte am Freitag nach dieser Nachricht ab.

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  • Wenn Bill Gross - mit Insiderwissen - derzeit nicht an seinen gekauften Anleihen festhält und wechselt, warum sollte der Anleger sich an diesen dann festhalten?

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