Gute Stimmung an der Börse
Dax-Ausblick: 6 000er-Marke im Visier

Getrieben von Fusionsfantasie und nachlassenden Zinsängsten könnte der Dax in der kommenden Woche die Marke von 6 000 Punkten knacken. Da mit der Entspannung an der Zinsfront auch die Sorgen vor einer anziehenden Inflation nachlassen, dürfte sich das Interesse der Börsianer wieder auf die Unternehmensgewinne richten.

HB FRANKFURT. „Der Markt will eine runde Zahl sehen, und die nächste Woche bietet dafür die beste Gelegenheit“, sagt Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. „Ich könnte mir vorstellen, dass die 6 000 Punkte drin sind“, schätzt auch Kollege Hans-Jörg Naumer von der Fondsgesellschaft Dit. Die US-Notenbank Fed habe sich in ihrem jüngsten Konjunkturbericht ziemlich handzahm über die Inflation geäußert. „Eine Zinsfantasie von über fünf Prozent in den USA lässt sich damit nicht mehr rechtfertigen, und somit sind die Märkte einen großen Angstfaktor los“, sagt Naumer.

In der zu Ende gehenden Woche hatte die Hoffnung der Börsianer auf ein nach wie vor robustes US-Wirtschaftswachstum bereits den Leitindex wieder über die Marke von 5 900 Punkten gehievt. Zunächst beruhigte das so genannte „Beige Book“ der US-Notenbank: Das stabile Wirtschaftswachstum werde nur von moderatem Lohnkostendruck begleitet, hieß es von dort. Inflationsängste mussten also nicht aufkommen. Auch die US-Verbraucherpreise stützten dieses Bild. Der überängstliche Blick auf steigende Inflation dürfte daher in der kommenden Woche wieder in den Hintergrund treten.

Eher werde sich der Markt wieder auf die „Basics“ konzentrieren, heißt es im Handel. „Solange die Unternehmensgewinne kräftiger steigen als die Zinsen, ist ein Zinsanstieg gar nicht so wichtig“, meinen Händler. „Bei den regelmäßig diskutierten Faktoren ‚Restrukturierungsphantasie’, ‚attraktive Bewertung’ und ‚Dividendenerhöhungen’ wurden die optimistischen Markterwartungen sogar noch übertroffen“, erklären die Börsenexperten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Unternehmen wie Commerzbank, Continental, Linde und MAN hätten in der abgelaufenen Berichtssaison insbesondere auf der Kostenseite nochmals positiv überrascht. „Die Hoffnungen, dass ein Großteil der Dax-Unternehmen die Dividendeanheben würde, wurden erfüllt - die Dax-Unternehmen werden für 2005 insgesamt die Rekordsumme von 21 Mrd. Euro ausschütten“, so die Experten.

Nachdem auch der große Verfalltermin an den europäischen Terminbörsen keine größeren Kursverluste nach sich gezogen hat, gewann der Dax im Wochenverlauf rund 2,5 Prozent bis auf knapp 5 950 Stellen und lag damit auf dem höchsten Stand seit Juli 2001. Zum Freitagabend hin fiel der Index allerdings wieder unter die 5 900er-Marke.

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