Guter Riecher
Warren Buffetts Holding streicht satte Gewinne ein

Wenn Warren Buffett Geschäfte macht, dann richtig. Auch bei seiner Holding Berkshire Hathaway hat der US-Starinvestor wieder einen guten Riecher bewiesen. Der Gewinn stieg im dritten Quartal um fast 30 Prozent.
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OmahaUS-Starinvestor Warren Buffett hat ein weiteres Mal ein glückliches Händchen beim Geschäftemachen bewiesen. Der Gewinn seiner Holding Berkshire Hathaway stieg im dritten Quartal um 29 Prozent auf unterm Strich 5,1 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss am Sitz in Omaha berichtete.

Grund waren zum einen einträgliche Spekulationen am Finanzmarkt. Berkshire Hathaway ist an zahlreichen Großkonzernen beteiligt. Zum anderen spülten die direkten Tochterfirmen mehr Geld in die Kasse. Dazu gehören unter anderem Energieversorger, Versicherungen oder die Frachteisenbahn Burlington Northern Santa Fe.

Mit 3,7 Milliarden Dollar steuerten die direkten Töchter den Großteil zum Gewinn bei. Erst jüngst hatte Buffett sich auch noch die Ketchupfirma H.J. Heinz einverleibt, die er zusammen mit einem Finanzinvestor für 23 Milliarden Dollar übernahm. Bei der Wall-Street-Bank Goldman Sachs stieg er als Großaktionär ein.

Anleger sind vom 83-Jährigen Spitzenergebnisse gewohnt. Er trägt wegen seines scheinbar untrüglichen Riechers fürs Geldverdienen den Spitznamen „Orakel von Omaha“. In diesem Fall hatten die Anleger aber auf einen höheren operativen Gewinn gehofft. Während der Gesamtgewinn um 29 Prozent gestiegen ist, vergrößerte sich der operative Gewinn nur um acht Prozent von 2,1 auf 2,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem Salär von 2,4 Milliarden Dollar gerechnet. Die Enttäuschung darüber hielt sich aber in Grenzen. Nachbörslich büßte die A-Aktie minimal ein, kostete pro Stück (!) aber immer noch 173.100 Dollar, was sie zur teuersten Aktie der Welt macht.

Michael Yoshikami, Präsident von Destination Wealth Management in Walnut Creek, sieht Berkshire langfristig auf einem guten Weg. Das Unternehmen könne seine Investitionsergebnisse steigern, wenn die Zinsen für US-Staatsanleihen im Falle einer Drosselung des Anleihekaufprogramms der Federal Reserve steigen sollten.

„Die US-Wirtschaft erholt sich eher schleppend und das ist aktuell sehr positiv für ihre Infrastrukturinvestitionen,“ sagt Yoshikami, „die Geschäfte sind besonnen, wir sind ziemlich zufrieden mit den Ergebnissen.“.

Künftig könnte Berkshire wieder ins Rampenlicht rücken. Denn die Kassen des Unternehmens sind prallgefüllt. Am Ende des letzten Quartals betrug der Kassenwert rund 42,1 Milliarden Dollar. Mit diesem Geld will Buffett auf Einkauftour gehen. Ganz nach dem Motto des Value-Investment wird er dabei große Werte im Auge haben, die er persönlich als „Elefanten“ bezeichnet.

Buffett hatte in den 1960er Jahren die kleine Textilfirma Berkshire Hathaway übernommen und sie mit klugen Investitionen zu einem Imperium mit mehr als 80 Firmen ausgebaut. Er selbst ist Hauptaktionär. Sein Vermögen wird vom US-Magazin „Forbes“ auf 58,5 Milliarden Dollar geschätzt, was ihn zum viertreichsten Menschen der Welt macht

Vornehmlich investiert Buffett, der nicht gerne reist und im beschaulichen Omaha im Bundesstaat Nebraska zu Hause ist, in Amerika. Vor allem die Versicherungsbranche hat es Buffett angetan. Bekanntgeworden ist er aber auch mit seinen Engagements bei Groß-Konzernen wie General Electric, Goldman Sachs, Coca-Cola und IBM.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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