Handel nur noch im Freiverkehr
Mehrheitsaktionär will Kässbohrer von der Börse nehmen

Die Börsennotierung sei für das mittelständische Unternehmen zu teuer, begründet der Kässbohrer-Hauptaktionär, die Modular GmbH, das Vorhaben, die Aktien aus dem Amtlichen Handel zu nehmen und nur noch im Freiverkehr handeln zu lassen. Der Pistenfahrzeugbauer meldete im Übrigen gute Zahlen.

HB LAUPHEIM. Der Pistenfahrzeugbauer Kässbohrer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) den Umsatz kräftig um 16 Prozent auf 190,6 Millionen Euro gesteigert. Der Konzerngewinn stieg um knapp drei Millionen Euro auf 15,2 Millionen Euro, teilte die Kässbohrer Geländefahrzeug AG am Freitag in Laupheim (Kreis Biberach) mit. Man habe in einem leicht schwächeren Markt die Stellung ausbauen und Marktanteile gewinnen können, hieß es. Der Start in das neue Geschäftsjahr 2006/07 sei zufrieden stellend verlaufen.

Der Mehrheitsaktionär will die Gewinne künftig allein vereinnahmen. Das von der schwäbischen Industriellenfamilie Merckle kontrollierte Unternehmen teilte weiter mit, die bei Kässbohrer bestimmende Beteiligungsgesellschaft Modular GmbH dringe auf den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsbetrages. Diesem habe der Vorstand zugestimmt.

Die noch notwendige Zustimmung der Hauptversammlung am 16. Februar ist reine Formsache, da die von Aufsichtsratschef Ludwig Merckle kontrollierte Modular GmbH rund 89 Prozent der Kässbohrer-Anteile hält. Den übrigen Aktionären will Modular eine Barabfindung beziehungsweise eine jährliche Ausgleichszahlung anbieten. Deren Höhe wird spätestens mit der Einladung zur Hauptversammlung am 9. Januar veröffentlicht. Die derzeit im Amtlichen Handel notierten Kässbohrer-Aktien sollen künftig nur noch im Freiverkehr gehandelt werden. Die Aktien sprangen in Stuttgart bei geringen Umsätzen um 8,8 Prozent auf 32,10 Euro.

Über den Rückzug von der Börse befindet die Hauptversammlung am 16. Februar. Zur Begründung hieß es, die mit der Börsennotierung verbundenen Kosten seien für ein mittelständisches Unternehmen von der Größe Kässbohrers nicht mehr zu rechtfertigen. Die Hauptversammlung stimmt ebenfalls über den unveränderten Dividendenvorschlag von 0,40 Euro je Aktie ab. Das Unternehmen ist mit seiner Marke „Pistenbully“ Weltmarktführer bei Fahrzeugen für die Pflege von Skipisten.

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