Handelsblatt-Berechnungen
Aktionäre strömen in Hauptversammlungen

Die Hauptversammlungen (HV) börsennotierter Großunternehmen sind erstmals seit Jahren wieder besser besucht. Auf den Treffen der Dax-Konzerne, die bereits stattgefunden haben, ist die Präsenz der Aktionäre auf fast 50 Prozent gestiegen.

HB DÜSSELDORF. Diese Trendwende zeigen Berechnungen des Handelsblatts nach der Halbzeit der HV-Saison. 2005 war die Präsenz bei einigen Dax-Unternehmen unter die Schwelle von 30 Prozent gesunken. Jetzt drängen die Konzerne auf die Teilnahme möglichst vieler Anteilseigner, um zu verhindern, dass etwa Hedge-Fonds auf der Aktionärsversammlung Zufallsmehrheiten für sich nutzen können.

Nach den Berechnungen erhöhte sich die Präsenz beispielsweise beim Energieversorger Eon gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozentpunkte. „Wir möchten eine repräsentative Mehrheit“, sagte ein Eon-Sprecher. Viel stärkere Resonanz als 2005 fanden auch die Hauptversammlungen von Bayer, Schering und Allianz. Insgesamt stieg die Präsenz der Aktionäre gegenüber dem Vorjahr um fast fünf Prozentpunkte. Schwache HV-Teilnahmen der Aktionäre könnten es „Hedge-Fonds erleichtern, mit vergleichsweise geringem finanziellem Engagement Mehrheiten zu erzielen“, sagte Rechtsexperte Dieter Leuering von der Kanzlei Flick, Gocke, Schaumburg dem Handelsblatt. Dagegen bedeute eine starke Präsenz für die Unternehmen einen Schutzschild, weil dann „vielen Fonds die finanzielle Puste ausgeht“.

Um die HV-Teilnahme zu erhöhen, haben Unternehmen nicht nur Werbekampagnen gestartet. Sie beauftragten auch spezialisierte Banken herauszufinden, wem die im Streubesitz befindlichen Aktien überhaupt gehören. Denn in Deutschland lauten die Aktien in der Regel nicht auf den Namen des Käufers und wechseln formlos den Besitzer. Außerdem erleichtern Anlegerschutzgesetze es mittlerweile auch ausländischen Aktionären, an der HV teilzunehmen.

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