Handelsblatt-Börsenspiel
So überlegen wie Usain Bolt

Mit Optionsscheinen nach ganz oben: Der Sieger des Börsenspiels hat den Wert seines Depots in drei Monaten um 150.000 Euro gesteigert. Seine 17.219 Gegenspieler können noch einiges von ihm lernen.
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DüsseldorfDer Sieger beim Handelsblatt-Börsenspiel steht fest: „Fonze89“ hat die Gesamtwertung mit großem Abstand gewonnen. Aus dem Startkapital von 20 000 Euro machte er in zwölf Wochen 171 295 Euro – ein Plus von mehr als 750 Prozent. Dabei handelt es sich zwar nur um virtuelles Geld. Aber der Hauptpreis, den der Sieger erhält, ist echt: ein Range Rover Evoque.

Die Strategie des Siegers: Meistens hat er seine Positionen nur für kurze Zeit gehalten, oft nicht mal eine halbe Stunde. Er begrenzte Verluste schnell, nahm ebenso schnell Gewinne mit. Meistens wettete er mit Optionsscheinen auf den Dax. Auf Platz zwei der Gesamtwertung landete „Shames“ mit einem Plus von rund 450 Prozent, dahinter folgt „kingas“ mit einem Gewinn von 393 Prozent.

Die Rote Laterne ging an „fwr“. Er verlor 98,93 Prozent seines Startkapitals. Am Ende waren von den 20 000 Euro nur noch 213,46 Euro übrig

Insgesamt haben 17 220 Spieler teilgenommen. Sie haben 458 951 Orders in Auftrag gegeben. Die meistgehandelte Aktie war die der Commerzbank – die Börsenspieler steckten rund sieben Millionen Euro in das Papier. Dem Großteil dürfte das Verluste eingebracht haben. In den vergangenen drei Monate ist der Kurs des Geldinstituts um 17 Prozent gefallen. Ebenfalls beliebt bei den Teilnehmern waren die Aktien der Autobauer BMW und Volkswagen sowie die Anteilscheine von Adidas und der Deutschen Bank.

Die größten Gewinne machten die Börsenspieler nicht mit klassischen Aktien, sondern mit Turbo-Optionsscheinen oder Mini Futures auf Dax, Euro oder Gold. Der Vorteil solcher Hebelpapiere: mit kleinem Einsatz lässt sich viel bewegen. Der Nachteil: Sie sind so riskant, dass der Einsatz schnell weg sein kann, wenn der Markt in die falsche Richtung läuft. Deshalb sollten solche Instrumente nur mit Bedacht eingesetzt werden, wenn es um echtes Geld geht. Zur Absicherung des Depots können sie aber durchaus sinnvoll sein.

In der Kategorie „Schüler“ kamen Hebelpapiere gar nicht zum Einsatz. Entsprechend fielen die Gewinne der Pennäler weniger üppig aus. Doch die Leistung ist deswegen nicht weniger hoch anzurechnen. Der beste Schüler ist „bmaben“ mit einem Plus von 13,4 Prozent, „Mathods“ folgt mit 12,7 Prozent, dahinter kommt „Kiyosaki II“ mit einem Plus von 11,4 Prozent.

Auch wer in der Gesamtwertung oder bei Wochenpreisen nicht ganz vorne lag, konnte einiges mitnehmen; zum Beispiel wie es sich anfühlt, an der Börse zu spekulieren. Im besten Fall hat der eine oder andere Erfahrungen gesammelt, die ihm bei der Geldanlage nutzen – entweder wie man erfolgreich anlegt, oder wie schnell man sein Geld an der Börse verlieren kann.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

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