Handelsplatz vor Börsenstart
Euronext und New York Stock Exchange gehen getrennter Wege

Banken und staatliche Investoren sichern den Start aufs Parkett in Paris und anderen Orten ab, bald ist Euronext autonom. Bisher ist sie mit der New Yorker Börse verknüpft, doch die reizt den Mutterkonzern immer weniger.
  • 0

ParisDie Mehrländer-Börse Euronext soll schon bald getrennte Wege vom New Yorker Handelsplatz NYSE gehen. Für den Börsengang der Euronext seien eine Reihe von Investoren gefunden worden, teilte der US-Konzern Intercontinental Exchange (ICE) am Dienstag mit. Die Amerikaner sind bereit, sich von allen Anteilsscheinen der Euronext mit ihren Marktplätzen in Paris, Amsterdam und Brüssel zu trennen. Der Börsengang dürfte nach Reuters-Informationen mindestens 1,5 Milliarden Euro einbringen.

Zunächst werde eine Notierung in Frankreich, den Niederlanden und Belgien angestrebt. In einem zweiten Schritt soll dann auch die Börse in Lissabon selbst gelistet werden. ICE hatte im vergangenen Herbst für rund elf Milliarden Dollar die fusionierte NYSE Euronext gekauft. Das Interesse der Amerikaner gilt allerdings vor allem der zur Euronext gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe.

Der genaue Zeitplan für die Listings ist noch offen. Ein Insider hatte Reuters kürzlich gesagt, der Sprung auf das Parkett sei kommenden Monat geplant. Die Notierung des Handelsplatzes in Lissabon soll ICE zufolge noch vor dem vierten Quartal über die Bühne gehen.

Eine Reihe von Banken und staatlichen Institutionen sollen als Anker-Investoren durch die Übernahme von rund einem Drittel der Aktien die Transaktion absichern. Die übrigen Anteilsscheine werden sowohl institutionellen Investoren als auch Kleinanlegern angeboten. Zu den Hauptinvestoren gehören die Geldhäuser Banco Espirito Santo, BNP Paribas, Societe Generale, Caisse des Depots, ABN Amro sowie der staatliche belgische Investor SFPI.

Vor allem die Regierung in Paris hatte zuletzt darauf gepocht, dass die Euronext wieder französisch werden solle. Seit der Fusion mit der NYSE im Jahr 2006 waren die Entscheidungen de facto in New York gefallen. Die Börse in Paris verlor zuletzt immer mehr Geschäft an konkurrierende Marktplätze wie Frankfurt und London.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Handelsplatz vor Börsenstart: Euronext und New York Stock Exchange gehen getrennter Wege"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%