Handelssysteme
Börsen planen Markt für Kleinanleger

Die Entscheidung über eine Zusammenarbeit der acht deutschen Börsen in einer Art „Kleinanlegerbörse“ dürfte spätestens nächstes Jahr fallen.

„2006 müssen die laufenden Gespräche zu einer Entscheidung führen, sonst klärt sich die Konsolidierung der deutschen Börsenlandschaft schlicht durch das Ausscheiden der kleinen Wettbewerber“, sagte Thomas Munz, Vorstand der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörsen, dem Handelsblatt. Die Vereinigung betreibt die zweitgrößte deutsche Börse in Stuttgart. Zudem wachse aus Kostengründen der Druck der Banken, die Handelsvolumina an den Börsenplätzen zu bündeln, sagte Munz. Außerdem kämen die bestehenden Handelssysteme in die Jahre. „Bevor man neu investiert, will man schließlich wissen, wohin die Entwicklung geht“, sagte der Börsenchef. Zuvor müsse jeder seine Hausaufgaben machen. So sei abzuwarten, welche strategischen Entscheidungen der neue Chef der Deutschen Börse AG, Reto Francioni, treffe.

Deutschland ist mit seinen acht Börsen immer noch ein Sonderfall. Branchenprimus ist die Deutsche Börse mit einem Marktanteil von 98 Prozent, gefolgt von der Börse Stuttgart mit rund einem Prozent. Den Rest teilen sich die anderen Handelsplätze, die teilweise um die Existenz kämpfen. Die Deutsche Börse bestätigte, dass sie sich mit den Wettbewerbern in Gesprächen befinde.

Im Mittelpunkt der seit langen laufenden Diskussion steht das von den Börsen gemeinsam betrieben Parketthandelssystem Xontro. Darauf handeln – anders als auf dem Profisystem Xetra – vor allem Kleinanleger die weniger liquiden Aktien sowie Zertifikate und Optionsscheine. Dabei pocht jede Börse auf ihre Eigenständigkeit. So wird auf Xontro beispielsweise die Aktie von Puma an jeder Börse gehandelt und von einem Makler, dem so genannten Skontroführer, betreut. Dieses ineffiziente System muss nach Einschätzung von Experten abgelöst werden. „Vorstellbar ist, dass es demnächst für jeden Wert einen Skontroführer gibt“, sagte Dirk Schiereck, Bankenprofessor der European Business School.

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