Hauptversammlungen
Dem virtuellen Aktionär gehört die Zukunft

In Zeiten boomender Aktienkurse und Rekordgewinne erfreuen sich die jährlichen Aktionärstreffen der Unternehmen ungeahnter Aufmerksamkeit: Die 2007 bisher abgehaltenen Haupversammlungen verzeichneten massive Besucher-Zuwächse. Viele Aktionäre nehmen inzwischen aber nur noch virtuell teil.

DÜSSELDORF. Durchschnittlich 55 Prozent des stimmberechtigten Kapitals nahmen in diesem Jahr nach Handelsblatt-Berechnungen bislang an den Hauptversammlungen teil, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Solch drastische Zuwächse gab es noch nie. 17 der Dax-30-Konzerne haben ihre Jahrestreffen bereits beendet. Für Donnerstag laden SAP, MAN, Adidas und die Postbank ein.

Klarer Trend: Weil in diesem Jahr alle Dax-Unternehmen zumindest Teile ihrer Hauptversammlungen im Internet anbieten und die meisten auch im Netz über Stimmrechtsvertreter abstimmen lassen, steigern die Firmen die Gesamtpräsenz. Klarer Spitzenreiter im Netz ist die Allianz. Die Münchener halfen ein wenig nach, indem sie die Einladung per E-Mail mit einer Verlosung von Fondsanteilen und Eintrittskarten für den FC Bayern München verknüpften.

Zwar spiegeln solche Größen wie bei der Allianz nicht die Gewichte des stimmberechtigten Kapitals wider – hier kommt die Allianz im Netz auf rund fünf Prozent – aber die Tendenz ist klar: Gegenüber dem Vorjahr gewinnt das Internet an Zugkraft. Von immer noch niedrigem Niveau dürfte sich in diesem Jahr die Internetpräsenz des stimmberechtigten Kapitals auf gut zwei Prozent verdoppeln.

„Komplette Internet-Hauptversammlungen sind noch nicht möglich“, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Doch auch bis dahin ist es nicht mehr weit. Bis 2009 muss die Bundesregierung die gerade von der EU in Brüssel beschlossene Richtlinie umsetzen, wonach es Aktiengesellschaften künftig frei steht, Debatten voll im Netz zu übertragen.

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