Hauptversammlungsbeschluss im Frühjahr geplant
Bayer will Scherings Aktionäre loswerden

Der Chemiekonzern Bayer will nach der Übernahme des Pharmaherstellers Schering im kommenden Frühjahr die Weichen für ein Herausdrängen der letzten freien Aktionäre stellen. Ein Squeeze-out-Verfahren werde in einer außerordentlichen Hauptversammlung von Schering beantragt, sagte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning.

BERLIN. Bayer hält inzwischen die dafür notwendigen 95 Prozent von Schering. Den verbliebenen Schering-Anteilseignern war Anfang November ein Abfindungsangebot von 89,36 Euro je Aktie unterbreitet worden. Wer nicht verkauft, soll zunächst eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,62 Euro je Aktie erhalten.

Ein Squeeze-out-Verfahren erlaubt Minderheiten gegen eine Abfindung aus einer Gesellschaft zu drängen, sofern der Großaktionär mindestens 95 Prozent hält. Bis alle Verfahren abgeschlossen sind, können jedoch viele Jahre vergehen.

Der Hauptversammlungsbeschluss zum Ausschluss der Minderheitsaktionäre wird in den meisten Fällen angefochten. Der Großaktionär kontert dann mit einem Freigabeverfahren. Wenn entschieden ist, ob eine Abfindung der Minderheitsaktionäre rechtens ist, klären die Gerichte schließlich in einem Spruchverfahren, wie hoch die Abfindung ausfallen muss. Zur Abkürzung des Verfahrens legen die meisten Großaktionäre lieber noch einmal kräftig in einem Vergleich drauf. Weil sich das Aussitzen lohnt, haben sich einige Fonds und Vermögensverwalter auf Squeeze-out-Kandidaten spezialisiert. Eine außerordentliche Hauptversammlung von Schering hatte Mitte September nach 155 Jahren Eigenständigkeit die Übernahme durch Bayer besiegelt.

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