Haushaltsdebatte
Moodys glaubt nicht an US-Zahlungsausfall

In den USA zieht sich der Streit um den US-Haushalt hin. Doch das dieser zu einem US-Zahlungsausfall führen könnte – diese Gefahr hält Moody's für „sehr gering“. Auch Obama zeigt sich optimistisch.
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Obwohl es bislang kaum Anzeichen dafür gibt, dass sich das Patt zwischen US-Präsident Barack Obama und und den Republikanern im Repräsentantenhaus auflöst, sieht Moody's Investors Service die Gefahr eines Zahlungsverzugs der USA bei ihren Anleihen als “sehr gering” an.

Die Auswirkungen des teilweisen Regierungsstillstands auf die Wirtschaft dürften kurzfristig nicht sonderlich schädlich sein, sondern sich im Lauf der Zeit äußern, wenn die teilweise Schließung von Regierungsbehörden länger dauern sollte, sagte Moody's-CEO Ray McDaniel in einem Interview in Bloomberg TV in Bali am Samstag.

„Wir glauben immer noch, dass es eine gute Chance gibt, dass es zu einer Lösung bei der Schuldengrenze kommen wird”, sagte McDaniel. „Selbst wenn es keine Lösung bei der Schuldengrenze geben sollte, halten wir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Zahlungen für Treasuries eine hohe Priorität erhalten werden, für hoch.”

Obama sagte in einem Interview mit Associated Press, er erwarte, dass der Kongress rechtzeitig eine Einigung zur Anhebung der Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar erreichen wird, um einen Zahlungsverzug abzuwenden. Die USA werden am 17. Oktober das Recht zur Schuldenaufnahme verlieren und danach noch 30 Mrd. Dollar liquide Mittel haben. Das Finanzministerium hatte gewarnt, dass ein Zahlungsverzug auf Sicht von Jahrzehnten katastrophale Auswirkungen haben könnte.

Die Mittel des US-Finanzministeriums werden spätestens am 31. Oktober erschöpft sein, möglicherweise auch schon “um einiges früher”, schrieb Goldman Sachs Group Inc. in einem Kommentar vom 5. Oktober. Sollte eine Tilgungs- oder Zinszahlung ausfallen, könnten Sorgen der Investoren zu einer Zunahme der Fondsrücknahmen auf breiter Ebene führen und Geldmarktfonds dazu bringen, Treasuries zu liquidieren, hieß es.

Die USA haben Spitzenratings von Moody's und Fitch Ratings, das von Standard & Poor's liegt eine Stufe darunter. Weltweite Anleiherenditen zeigen, dass Investoren im letzten Jahr 56 Prozent der Ratingänderungen von Moody's und 50 Prozent derjenigen von S&P ignoriert haben.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Wenn die Ami´s kein Geld mehr haben was sie ausgeben können, dann geben sie einfach das Geld aus, was sie nicht mehr haben! Die Griechen machen das auch nicht anders. Die haben auch kein schlechtes Gewissen beim Geld ausgeben. Ist ja auch nicht ihres. Also können die auch nix verlieren. Wir Deutschen denken immer so kompliziert.

  • Es muss heissen "Moodys weiss" dass es keinen Zahlungsausfall geben wird, zumindest nicht in naechster Zukunft!
    Ansonsten waeren ja nahzu 100% der Assets des arbeitenden Volkes bereits konfisziert. Das ist aber bei weitem NOCH nicht der Fall, also wird das Spiel noch eine Weile laufen! Also quasi in die Verlaengerung gehen, um die Terminiologie der Massen nicht ueberzustrapazieren!

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