Hilfe für Hawesko
Permira gibt Weinhändler einen Korb

Vorerst keine Unterstützung im Kampf des Weinhändlers Hawesko gegen die unerwünschte Übernahme. Investor Permira erteilte dem Konzern hinter Jacques' Wein-Depot eine Absage. Doch auch die Gegenseite kommt kaum voran.
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NiersteinDer Weinhändler Hawesko hat sich auf der Suche nach Unterstützung gegen die unerwünschte Übernahmeofferte seines Großaktionärs beim Finanzinvestor Permira offenbar eine Absage eingehandelt. Permira habe am Dienstag mitgeteilt, dass die Beteiligungsgesellschaft keine eigene Kaufofferte für das Unternehmen plane, erklärte Hawesko. Drei Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters vorher von Gesprächen berichtet, wonach Permira als "weißer Ritter" an der Seite des Hawesko-Vorstands gegen die Übernahmepläne von Detlev Meyer kämpfen könnte. Permira prüfe dazu ein konkurrierendes Angebot für Hawesko.

Meyer schloss im Interview mit Reuters aus, sein Angebot zu erhöhen, wenn ihm jemand in die Parade fahren würde. "Über die 40 Euro gehen werde ich nicht", betonte der Geschäftsmann auf seinem Weingut "St. Antony" in Nierstein bei Mainz. Börsianer spekulieren seit längerem auf einen Bieterkampf. Die Hawesko-Aktie weitete ihre Gewinne aus und schloss mit 42,89 Euro deutlich über den 40 Euro, die Meyer in Aussicht gestellt hat. Der Vorstand um den zweiten Großaktionär Alexander Margaritoff, den Sohn des Firmengründers, hatte sein Angebot als zu niedrig abgelehnt.

Der Hamburger Textilunternehmer Meyer will den Wein- und Sekthändler ("Jacques' Wein-Depot", "Wein & Vinos") bei seinem Expansionskurs bremsen und dafür weitere Aktionäre gewinnen. "Es ist nicht schlüssig, wenn man das mit Gewinnen finanzieren will, den Gewinn aber zu 95 Prozent als Dividende ausschüttet", sagte Meyer. Hawesko-Chef Margaritoff hatte angekündigt, den Umsatz bis 2020 auf rund eine Milliarde Euro zu verdoppeln - auch mit Zukäufen im Ausland. Auf hohe Dividenden sollen die Aktionäre dennoch nicht verzichten müssen. "Ich kenne kein Unternehmen, das diesen Spagat über längere Zeit geschafft hat", sagte Meyer. Hawesko dürfe sich nicht übermäßig in Schulden stürzen. "Wenn es einmal nicht so optimal läuft, kann man ein Unternehmen leicht ruinieren", warnte er. "Ich bin auch für Auslands-Expansion - aber man muss mir sagen, wie das finanziert werden soll."

Meyers Offerte läuft nächsten Montag aus. Bisher hat er nur wenige Aktionäre auf seine Seite gezogen, mit gut 31 Prozent Margaritoff (30 Prozent) aber als größten Aktionär bereits abgelöst. "Mir geht es nicht um Macht. Ich will das Beste für das Unternehmen", sagte er. "Ich bin langfristig engagiert und möchte das auch bleiben." Eine Private-Equity-Gesellschaft als Gegner sähe er skeptisch. "Mich würde das Konzept interessieren. Ein Finanzinvestor als 'weißer Ritter' ist doch sehr ungewöhnlich." Meyer hatte die von ihm gegründete Modefirma CBR (Cecil, Street One) einst an den Finanzinvestor Cinven verkauft. Beteiligungsfirmen versuchen Unternehmen - oft schuldenfinanziert - weiterzuentwickeln und nach einigen Jahren mit Gewinn wieder zu verkaufen.

Dass Hawesko noch vor dem kommenden Montag eine Alternative zu Meyers Plänen vorlegen kann, gilt als unwahrscheinlich. Hawesko könnte aber auf Zeit spielen, indem der Vorstand eine außerordentliche Hauptversammlung einberuft. Diese würde die Annahmefrist automatisch auf zehn Wochen verlängern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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