Hintergrund Warum der Dax die 6 000-Punkte-Marke knackte

Kurz vor Jahresende hat es der Dax doch noch geschafft und die 6 000-Punkte-Marke erreicht. Aber warum schaffte der Dax den Sprung über die Hürde, und das auch noch pünktlich vor Abschluss des Jahres? Ein Erklärungsversuch.
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Ziel erreicht: Nachdem der Dax die 6000-Punkte erreicht hat bewegte er sich kaum noch. Quelle: Reuters

Ziel erreicht: Nachdem der Dax die 6000-Punkte erreicht hat bewegte er sich kaum noch.

(Foto: Reuters)

FRANKFURT. Diskussionen über die Börse sind eine feine Sache. Es gibt Tausende Prognosen und Erklärungsansätze. Warum tut der Deutsche Aktienindex (Dax), was er tut? Viele der Erklärungen sind richtig und irgendwie doch falsch. Jeder kann mitreden, ohne Angst zu haben, sich völlig zu blamieren. So ein bisschen ist es wie mit den Fußballergebnissen. Viele "Wenn" und "Dann" und "Aber". Nichts Genaues weiß man nicht - dennoch versucht man sein Glück.

Gestern war wieder so ein Tag der Erklärungen. Nach vielen erfolglosen Versuchen kletterte der Dax im Handelsverlauf tatsächlich über die Marke von 6 000 Punkten; zum ersten Mal seit September 2008. Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte das so gut wie niemand dem Index zugetraut. Der Dax über 6 000 Punkten, noch vor dem Jahresende? Gemach, gemach - so schnell schießen die Preußen nicht.

Doch, tun sie! Aber warum? Das war gestern die alles entscheidende Frage auf dem Frankfurter Parkett.

Der Markt will es nicht anders - er muss über die Hürde

Es gibt gleich mehrere Erklärungsversuche. Ein ganz schlichter lautet: "Der Markt wollte es so!" Nun ja, irgendetwas muss ja dran sein an dieser steilen These, sonst hätte der Markt es nicht getan. Rundum zufriedenstellend ist die Erklärung aber nicht, um es mal vorsichtig auszudrücken. Eine zweite, etwas strategischere Erklärung hat mit den Fondsmanagern zu tun: "Window Dressing" lautet da das Stichwort. Große Fonds kaufen gegen Jahresende in der Regel Aktien, die zuvor gut gelaufen sind, um damit ihr Portfolio hübscher aussehen zu lassen.

Der "Window-Dressing-Erklärungsansatz" wird stets zur Jahreswende ins Feld geführt. Ein Muster an Beständigkeit - weder leicht zu bestätigen, noch ganz einfach zu widerlegen. Kombiniert wird dieser Ansatz meist mit dem Zusatz: "ruhiger Handel, weil Bücher schon geschlossen". Alles klar? Nicht unbedingt. Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung: Es sind nur wenige Investoren noch nicht im Urlaub. Die, die das sind, putzen ihr Fenster, also hübschen ihr Depot auf; die anderen fahren Ski und haben die Bücher geschlossen, halten sich also raus. Dass nicht viel los ist, macht aber gar nichts, denn die, die da sind, kaufen. Die Kurse steigen auch bei geringen Umsätzen.

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