Hinweise auf Pflichtverstoß
SEC ermittelt wegen teurer Geschenke

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Ob das auch im Fondsgeschäft gilt, prüfen jetzt die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC und die Vereinigung der amerikanischen Wertpapierhändler NASD.

HB/Bloomberg NEW YORK. „Wir haben Hinweise darauf, dass Super-Bowl-Karten, Golfpartien, teure Weine und Vergnügungsreisen verschenkt wurden, um die Geschäfte anzukurbeln“, sagte SEC-Sprecher John Nester. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, ob sich die Fondsmanager bei den Brokern für die Geschenke mit Orders revanchieren. Damit hätten sie gegen ihre Pflicht verstoßen, die Interessen der Investoren voranzustellen.

Eines der ersten Opfer intensiverer Prüfungen ist Kevin Quinn, Händler bei Jefferies Group. Er wurde letzten Monat wegen unzulässiger Reise- und Vergnügungskosten entlassen. Quinn betreute die Orders von Fidelity, dem größten Kunden von Jefferies. Seine Entlassung begründete die Investmentbank damit, dass die von Quinn eingereichten Belege gegen die hauseigene Politik über die Verwendung von Firmenmitteln verstießen.

„Unser Anliegen ist, dass Investmentfonds allein im Interesse der Anleger handeln“, betonte Lori Richards vom Ermittlungsbüro der Börsenaufsicht. Nach NASD-Regeln liegt die Höchstgrenze für Präsente, die Broker intern und extern machen dürfen, bei 100 Dollar. Und für Fondsgesellschaften gilt, dass sie Geschenke offen legen müssen, erläuterte Nester von der SEC. Welche Fondshäuser in die Ermittlungen involviert sind, wollte er nicht sagen. Nach Angaben von NASD- Sprecherin Nancy Condon stehen etwa zwei Dutzend unter Verdacht.

Ermittlungen gegen die 7,6 Billionen Dollar schwere Fondsbranche sind nicht neu. Über ein Jahr lang standen ihre Handelspraktiken auf der Agenda von Ermittlungsinstanzen. Die Untersuchungen führten zu Geldstrafen von 3,2 Mrd. Dollar.

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