Hunger nach Rendite Notenbanken kaufen Aktien wie nie

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Nicht alle Notenbanken dürfen Aktien kaufen
Ein erstarkender Dollar senkt den Druck auf die Notenbanken, mit dem Verkauf eigener Währung zu intervenieren. Quelle: dpa

Ein erstarkender Dollar senkt den Druck auf die Notenbanken, mit dem Verkauf eigener Währung zu intervenieren.

(Foto: dpa)

Dennoch: 70 Prozent der befragten Zentralbanker gaben in der Studie an, dass Aktien nicht in Frage kommen. Die Zunahme der Reserven hat sich verlangsamt, weil ein erstarkender Dollar den Druck senkt, mit dem Verkauf eigener Währung zu intervenieren. Im letzten Quartal sind die Zentralbankvermögen um weniger als ein Prozent gewachsen, der geringste Anstieg seit dem Vorjahresquartal.

Einigen Zentralbanken, darunter die Fed und die Bank of England, ist es nicht erlaubt, direkt Aktien zu kaufen. Manche werden von den Preisschwankungen bei Aktien abgeschreckt, die stärker sein können als bei anderen Anlagen.

Die Schweizerische Nationalbank hat zwölf Prozent ihrer Vermögenswerte in passive Fonds gesteckt, die Aktienindizes abbilden. Die Bank of Israel hat für rund drei Prozent ihrer Reserven von 77 Mrd. Dollar US-Aktien gekauft. Die japanische Notenbank kündigte an, im Rahmen der Aufstockung ihres Programms zur Stimulierung der Wirtschaft mehr von ihren 1,2-Billionen-Dollar-Reserven für börsengehandelte Fonds auszugeben. Die Bank of Korea hat letztes Jahr mit dem Kauf chinesischer Aktien begonnen und ihre Aktieninvestments auf 5,7 Prozent aufgestockt. Die chinesische Devisenbehörde meldete im Januar, sie suche nach “innovativen Verwendungen” für ihre 3,4 Billionen Dollar an Reserven, ohne allerdings explizit Aktienkäufe zu nennen.

“Die Zentralbanken schauen sich Anlageklassen an, mit denen ich in der Vergangenheit nicht unbedingt gerechnet hätte”, sagt Paul Price, Leiter International Distribution and Client Relations bei Morgan Stanley Investment Management in London. Niedrige Renditen und “Ratingveränderungen bei bestimmten Staaten zwingen die Zentralbanken zu überdenken, wie sie Rendite anstreben und wie sie in diesem Zusammenhang Aktien sehen”.

“Staatsanleihen bleiben ein fundamentaler Pfeiler der Asset-Allokation der Zentralbanken, aber es gibt Raum für andere Anlagekategorien, um eine höhere Rendite zu erreichen”, sagt Massimiliano Castelli von UBS Asset Management in London. “Wir führen viele Gespräche mit verschiedenen Institutionen, die einen solchen Schritt erwägen.”

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14 Kommentare zu "Hunger nach Rendite: Notenbanken kaufen Aktien wie nie"

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    Das heißt allerdings im Umkehrschluss, dass Unternehmensanteile für buntes Papier zu haben sind. Was sagt das über deren Aktienkapital (und ihrem Unternehmenswert) aus? Hmm......

  • Sachwertstandard ist leicht zu machen: garantiertes Umtauschrecht eines Euro in 1 kg Sand. Muss man nur achtgeben bei den Zentralbanken, das sie nicht mehr Euros ausgeben als es Sand gibt. Aber da böte sich eine Partnerschaft mit einem afrikanischen Land an... ;-)

  • Mich würde überhaupt nicht wundern, wenn die Zentralbanken demnächst auch Immobilien und, neben Gold, noch andere Rohstoffe aufkaufen... Möglicherweise scheint man nicht abgeneigt zu sein, eine Art Sachwertstandard einzuführen um den Devisen eine gewisse Stabilität zu verleihen. Gold alleine scheint dafür nicht auszureichen, wenn der Laden aus Papierschnippseln in Rauch aufgeht. Ich fand es auch sehr verwunderlich, dass sich auf der neuen 100 Dollarnote Goldaplikationen befinden. Als wenn Geld heutzutage noch etwas mit Gold zu tun hat^^ Heute nicht, aber morgen vielleicht!?

  • Warum müssen Notenbanken was kaufen? Wofür? Die drucken doch das Geld in ihren Münzeinrichtungen selbst!

    Ergo: DAS IST EINE ENTE UM DEN MARKT AM STEIGEN ZU HALTEN!

  • @karstenberwanger

    Sie scheinen ohnehin noch nicht viel Positives in Ihrem Leben gesehen oder erlebt zu haben, wenn man Ihre Kommentare mitverfolgt.

    Ich freue mich jeden Tag über meine "Schatztruhe" wenn ich einen Blick in meine Wertpapierdepots werfe.

    Vielleicht sollten Sie mal Ihre typisch deutsche Mentalität des Pessimismus und "ich bin gegen alles, weil alle böse zu mir sind" über Bord werfen. Im Gegensatz zu Ihrem halbleeren Glas, ist meins halb voll.

    Ich bin daher auf der Gewinnerstraße und mit Ihnen geht es wohl bergab.

    Für den der es sich zutraut Kapital an Wertpapierbörsen zu investieren, können je nach Anlagestrategie Wertpapiere eine exzellente zusätzliche Einkommensquelle sein! Wer diese Anlageklasse verteufelt, sollte allerdings nicht dem deutschen Neid verfallen.

  • Ich kann die Notenbanker gut verstehen - denn was sollen sie sonst kaufen?
    .
    Beispiel Schweiz: Die Notenbank gibt Franken im Tausch gegen Euro und US-Dollar. Dafür kaufen sie Bundesanleihen mit einer Rendite, die gegen Null tendiert. Sollen sie dafür GIPSI-Schuldverschreibungen kaufen? - Dann doch lieber BASF, Henkel und so weiter ...
    .
    Beispiel Norwegen: Die exportieren ihr gutes Öl, das im Preis immer weiter steigen wird. Sollen die Norweger nun etwa dafür GIPSI-Schuldverschreibungen kaufen?
    .
    Also: alles klar - wie gut, dass ich seit Jahren investiert bin ...

  • --> Republikaner

    Noch vordringlicher ist es - angesichts solcher Meldungen - sein Portofolio von Aktien zu leeren. Rette sich wer kann!

  • Müssen sie ja. Wer will denn den total überbewerteten Ramsch noch? Die Notenbanken stützen unhaltbare Börsenkurse. Der nächste Crash zeichnet sich ab.

  • Wenn Notenbanken jetzt Aktien kaufen, ist es allerhöchste Zeit den Laden zu schließen. Das ist schlicht und ergreifend nicht ihr Auftrag!
    Es reicht schon das stock plunge protection team - eine Einrichtung, die Amerika ewige happiness durch ewig steigende Kurse garantiert. Und jetzt bei uns? Mir schwant da ganz Böses! Das ist der Landgang einer ungeheuerlichen Krake! Wehret den Anfängen! Aber um Moral und Verträge hat sich in gewissen Kreisen noch niemand einen Dreck geschert!

  • @ vandale - "...und lassen sich im Gegensatz zum Geld nicht beliebig vermehren." Bei Commerzbank Aktien ist das jedenfalls anders ;-) ;-) ;-)

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